Aprikosen-Prosecco-Konfitüre

Gut zu wissen!

Im 19. Jahrhundert hiess die Aprikose in der Schweiz Amerille, Marille, Barille oder Baringel. Diese Begriffe sind heute fast vollständig verschwunden.

Anfang Juli beginnt in der Schweiz die Aprikosen-Saison. Gleich kistenweise werden dann die süss-säuerlichen Früchte verspeist. Damit man Aprikosen das ganze Jahr geniessen kann, wird bei mir daraus auch Konfitüre gemacht. Mein Rezept beginnt mit einem Korkenknall!

Die Aprikose gilt in der Schweiz als die Prinzessin der Walliser Obstgärten. Dass eine Prinzessin gefeiert werden will versteht sich von selbst. Jeden Sommer findet deshalb im Walliser Ort Saxon das Aprikosenfest statt. Um die Aprikose zu feiern muss man nicht zwingend ins Wallis fahren. Man kann auch zuhause die Korken knallen lassen. Zum Beispiel mit einem Aprikosen Bellini oder einfach einem Glas Prosecco. Diese Kombination mag ich nicht nur zum trinken, sondern auch für aufs Brot.

Aprikosenkonfitüre

Ich bin ein Fan von guten Konfitüren. In der Schweiz haben wir sogar eine Art Kosename dafür. Bei uns heisst sie einfach Konfi. Meine Lieblingskonfis sind Kirschen und Aprikosen. Es ist schon fast eine Art Ritual geworden, dass meine Mama und ich im Sommer Aprikosenkonfitüre selber machen. Vor allem die Variante mit dem Prosecco hat es uns angetan. Der Prosecco gibt dem süssen Brotaufstrich das gewisse Etwas. Zudem können wir der Rest der Flasche geniessen, während wir in der Küche stehen.

Die zweite Geheimzutat ist Vanille. Uups… jetzt ist die ja nicht mehr geheim! Aber was solls, mit euch teile ich gerne meine Geheimnisse. Wenn man die Konfitüre aufs Brot streicht, kann man die Vanille genauso wie den Prosecco nicht direkt herausschmecken. Die Konfitüre hat einfach eine besondere Note.

Marmelade oder Konfitüre

Je nach Region sagt man dem beliebten Frühstücksbrotaufstrich Konfitüre oder Marmelade. Streng genommen ist Marmelade bei Aprikosen aber falsch. Sowohl die EU-Richtlinie wie auch die schweizerische Lebensmittelverordnung definieren klar was Konfitüre und was Marmelade ist. Marmelade besteht ausschliesslich aus Zitrusfrüchten. Wer uns das eingebrockt hat? Die Briten. In Grossbritannien ist Marmelade die dort beliebte Zitronen- oder Orangenmarmelade, alles andere ist Jam. Für die EU und die Schweiz hat man einfach die englische Definition für Marmelade übernommen und der Rest ist eben Konfi. 

Verarbeitung

Das Gerücht, dass Konfitüre nicht vegan sei, hat sich lange gehalten. Entstanden ist es dadurch, dass angenommen wurde, dass bei der Verarbeitung tierische Gelatine verwendet werde. Das Geliermittel, das zum Konfimachen verwendet wird, hat jedoch nichts mit Gelatine zu tun sondern ist Pektin, also rein pflanzlich. Pektin kommt selber in Früchten vor. Zitrusfrüchte, Quitten, Äpfel oder Johannisbeeren haben zum Beispiel selber genug Pektin und zur Herstellung von Konfitüre reicht einfacher Zucker. Bei den Aprikosen verwende ich 2:1 Gelierzucker, das heisst auf zwei Teile Früchte wird ein Teil Gelierzucker benötigt. Die Aprikosen haben selber genug Süsse, deshalb ist das Verhältnis 2:1 ideal. Achtung!  Gelierzucker ist nicht gleich Gelierzucker. Es gibt Produkte die Konservierungsstoffe enthalten. Ich verwende jeweils Gelierzucker aus Rohrohrzucker in Bio-Qualität.

Fruchtstücke in der Konfitüre gehören dazu. Ich mag es allerdings nicht, wenn ich halbe Früchte auf der einen Seite meines Brot habe und auf der anderen Seite kaum etwas drauf ist. Ich püriere deshalb die Früchte nach dem ersten Kochvorgang. So erhaltet ihr eine gleichmässige fruchtige Konfitüre.

Auf die Früchte. Fertig. Los! Viel Spass beim Nachkochen und Cheers!

Aprikosen-Prosecco-Konfitüre
Anfang Juli beginnt in der Schweiz die Aprikosen-Saison. Gleich kistenweise werden dann die süss-säuerlichen Früchte verspeist. Damit man Aprikosen das ganze Jahr geniessen kann, wird daraus auch Konfitüre. Mein Rezept beginnt mit einem Korkenknall!
Zutaten für6 Einmachgläser à 250ml
Vorbereitung 10 Minuten
Zubereitung 30 Minuten
Gesamtzeit 40 Minuten

Das brauchts

  • 1 kg reife Aprikosen
  • 150 ml Prosecco
  • 1 Zitrone
  • 2 Vanillestengel
  • 500 g Gelierzucker 2:1

So wirds gemacht

Konfiture

  • Vanillestängel längs aufschneiden, Samen auskratzen und in ein Schälchen geben
  • Aprikosen waschen, halbieren und entsteinen
  • Aprikosen, Prosecco und den Saft der Zitrone in einen grossen Kochtopf geben und 10 Min. weichkochen
  • Früchte mit dem Pürierstab leicht pürieren, so dass noch kleinere Fruchtstücke übrig bleiben
  • Gelierzucker und Vanillemark hinzugeben aufkochen und dann bei mittlerer Hitze köcheln lassen, regelmässig umrühren
  • Nach 10 Minuten eine Gelierprobe machen
  • Falls die Konfitüre noch zu wenig eingedickt ist, kurz weiterköcheln lassen und erneut testen
  • Die fertige Konfitüre ganz heiss aus der Pfanne in vorgewärmte Gläser füllen und sofort verschliessen

Gelierprobe

  • Stelle einen kleinen Teller oder eine Untertasse in den Kühler, bevor du mit dem Kochen beginnst.
  • Für die Gelierprobe mit einem Löffel etwas heisse Konfitüre auf den kalten Teller geben und kurz auskühlen lassen. Den Teller neigen. Fliesst die Konfitüre nicht mehr und bildet sich eine dünne Haut ist die optimale Konsistenz erreicht.

Tipp!

Gläser auf den Kopf stellen! Stelle Gläser mit einem Schraubverschluss nach dem Verschliessen für ungefähr eine Minute auf den Kopf. So werden allfällige Schimmelpilzsporen oder Bakterien abgetötet. Drehe die Gläser danach wieder um und lasse sie auskühlen.
Rezept drucken

Diskutiere mit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wie bewertest du das Rezept?




Schliessen
© 2021 The Lucky Tofu
Schliessen