Bananenbrot

Gut zu wissen!

Bananenbrot ist eine ideale Möglichkeit um reife Bananen zu verwerten und Foodwaste zu verhindern.

Banenbrot. Brot oder Cake? Wir Schweizer sind verrückt nach Cakes. Statt Torten werden hier Cakes in allen möglichen Variationen gebacken. Auch wenn das Bananenbrot wie ein Cake aussieht ist es trotzdem keines, irgendwie aber doch. Gehen wir der Sache auf den Grund.

Bei Brot denken viele an einen dunkel gebackenen, mit Mehl bestäubten Laib. So wie mein Bauernbrot zum Beispiel. Anderen fällt vielleicht ein Baguette ein. In England denkt man bei Brot wohl an Toast. Aber Bananen? Was hierzulande irgendwie so gar nicht zusammenpassen will ist in den USA ganz normal. Banana Bread ist auf der anderen Seite des Atlantiks so etwas wie ein Standard-Rezept. Bei uns sind vielleicht das Zitronen- oder Schokoladencake eine Kindheitserinnerung. Amerikaner erinnern sich an das Banana Bread ihrer Grossmutter.

Bananenbrot ist so gut, dass es viel zu schade ist, das der Alten Welt vorzuenthalten. Ob als Frühstück mit veganer Butter drauf oder einfach so als Snack am Nachmittag. Bananenbrot kann man von morgens bis abends essen. Bei Sportlern ist Bananenbrot wegen dem hohen Gehalt an gesunden Kohlenhydraten ein Geheimtipp als Energielieferant.

Geschichte des Banana Bread

Bananen kamen im späten 19. Jahrhundert in die USA. Es dauerte allerdings etwas, bis die Banane als Zutat für Desserts verwendet wurde. Das erste Banenenbrot-Rezept tauchte erst in den 1930er-Jahren auf. Im 1933 veröffentlichten Kochbuch «Balanced Recipes» des US-Mehlherstellers Pillsburry wurde das Bananenbrot erstmals beschrieben. Den Durchbruch erlangte das Bananenbrot 1950 mit der Veröffentlichung des Rezepts im «Chiquita Banana’s Recipe Book». Bevor ein Rezept in Kochbüchern erscheint, findet es in der Regel bereits in den Küchen eines Landes Verbreitung. Es ist davon auszugehen, dass das auch beim Bananenbrot der Fall war. Ab den 1930er-Jahren wurde in den USA Backpulver immer populärer und damit wurde auch die Kreativität in amerikanischen Küchen befeuert. Eines dieser neuen Rezepte dürfte das Bananenbrot gewesen sein. Dazu kam, dass Hausfrauen während der Grossen Depression sorgsam mit Lebensmittel umgehen mussten und mit dem Bananenbrot eine Möglichkeit fanden reife Bananen zu verwenden, statt diese wegzuwerfen. Bösen Zungen behaupten, Bananenbrot sei eine Erfindung der Lebensmittelindustrie gewesen um mehr Mehl und Backpulver zu verkaufen. Wahrscheinlich spielte wohl beides zusammen.

Reife Bananen

Die wichtigste Zutat im Bananenbrot sind natürlich Bananen. Wichtig ist dabei, dass ihr reife Bananen verwendet. Sind die Bananen noch fast grün, wird es nichts mit dem Bananenbrot. Warum? Bei der Reifung wird die Stärke in den Bananen in Zucker umgewandelt. Gerade die Süsse der Bananen macht das Banana Bread aus. Wenn die Schale bereits braune Flecken hat, ist die Banane perfekt.

Was tun, wenn die Bananen noch zu wenig reif sind? Man kann die Früchte über Nacht bei Zimmertemperatur in einer verschlossenen Papiertüte lagern. Das Reifungsgas Ethylen, das die Frucht abgibt, kann so nicht entweichen und die Banane reift schneller. Wer nicht so viel Zeit hat, kann die Bananen bei 150 Grad im Backofen nachreifen lassen. Durch die Wärme wird die Stärke in Zucker umgewandelt, die Schale verfärbt sich braun. Natürlich ist das nicht so gut wie der natürliche Reifeprozess, aber besser als zu frische Bananen ist es allemal.

Bananenbrot zubereiten

Bananenbrot ist zwar einfach zu machen, ein paar Dinge solltet ihr dennoch beachten. Das klassische Rezept enthält neben den reifen Bananen nur Mehl, Zucker, Salz, Butter und Eier. In den USA haben die meisten Grossmütter ihr eigenes Rezept, das sie an ihre Töchter weitergeben. Die Varianten sind also zahlreich. Bei meinem Rezept (das ich leider nicht von einer amerikanischen Grandma «geerbt» habe) gibt es Abweichungen zu der klassischen Zubereitung. Dass Schokolade zu Bananen passt wisst ihr spätestens seit der Bananen-Schokocreme. Dass mein Bananenbrot vegan ist tut dem Geschmack keinen Abbruch. Da Bananen im Brot drin sind, ist die Beigabe von Eiern ohnehin überflüssig. Von der Butter merkt man sowieso nichts.

Beim Experimentieren mit verschiedenen Zutaten war es mir wichtig, dass mein Bananenbrot so gesund wie möglich ist. Natürlich ist es trotzdem nicht so gesund wie ein frischer Apfel. Dennoch, durch den Verzicht auf tierische Fette und die Verwendung von Vollkornmehl ist man etwas weniger sündhaft unterwegs. Die Haferflocken sorgen für zusätzliches Eiweiss und der Ahornsirup hat einen besseren glykämischen Index als Zucker.

Bei der Zubereitung solltet ihr unbedingt die Reihenfolge beachten. Die trockenen und die nassen Zutaten werden separat vermischt und die trockenen den nassen beigegeben. Es ist keine gute Idee einfach alles in eine Schüssel zu schmeissen und dann mit dem Mixer draufloszugehen. Damit der Teig und das Bananenbrot die optimale Textur haben, sollte die Reihenfolge unbedingt eingehalten werden. Wichtig ist ebenfalls, dass ihr den Teig nicht zu stark mixt. Den Mixer einfach laufen zu lassen und mit dem Hund Gassi gehen ist keine gute Idee. Sobald die trockenen Zutaten beigegeben wurden, geht es nur noch darum alles gut zu vermischen.

Im Normalfall genügt die angegebene Backzeit. Da die Bananen aber auch einmal etwas feuchter sein können, könnte es auch etwas länger dauern bis das Banana Bread fertig ist. Testet ob es richtig durch ist indem ihr ein Holzstäben (zur Not tut es auch eine Stricknadel) reinsteckt. Wenn nichts mehr vom Teig kleben bleibt ist das Banananbrot fertig. Lasst das fertige Gebäck in der Form 15 Minuten auskühlen, bevor ihr es heraushebt und auf ein Gitter oder Teller legt.

Mir schmeckt das Bananenbrot am Tag nach dem Backen am besten. Probiert es aus. Ich bin überzeugt, dass dereinst auch Kinder in Europa Erinnerungen an das Bananenbrot ihrer Mutter oder Oma haben werden.

Bananenbrot
Banenbrot. Brot oder Cake? Wir Schweizer sind verrückt nach Cakes. Statt Torten werden hier Cakes in allen möglichen Variationen gebacken. Auch wenn das Bananenbrot wie ein Cake aussieht ist es trotzdem keines.
Zutaten für1 Bananenbrot
Vorbereitung 5 Minuten
Zubereitung 5 Minuten
Backen 55 Minuten
Gesamtzeit 1 Stunde 5 Minuten

Das brauchts

  • 3 reife Bananen
  • 1/2 Bananen für die Dekoration des Kuchens
  • 100 ml Ahornsirup
  • 50 ml Sojamilch
  • 1 EL Apfelessig
  • 4 EL Kokosöl
  • 170 g Vollkornmehl
  • 50 g Haferflocken
  • 1 TL Natron
  • 1 1/2 TL Backpulver
  • 1 TL Zimt
  • 4 EL Kokosraspel
  • 5 EL Schocktröpfchen
  • 1 Prise Salz

So wirds gemacht

  • Ahornsirup, Sojamilch, Kokosöl, Apfelessig und Bananen zu einer cremigen Masse mixen (Alternativ kann die Banane mit der Gabel zerdrücken)
  • In einer separaten Schüssel Mehl, Haferflocken, Kokosraspel, Backpulver, Natron, Zimt und Salz mischen
  • Mehlmischung zu den nassen Zutaten geben gut vermischen und dann die Schokostücke unterziehen
  • Kuchenform gut einfetten und den Teig darin verteilen
  • Die Deko-Banane in Scheiben schneiden und auf dem Teig verteilen
  • Bananenbrot im vorgeheiztem Ofen bei 180 Grad 55 Minuten backen
  • Nach dem backen gut auskühlen lassen und dann aus der Kastenform nehmen

Tipp!

Wer Nüsse mag, kann eine Handvoll zerstossene Baumnüsse in den Teig geben.
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