Herzlich willkommen – ich starte einen Blog!

Was einen bewegt soll man mit andere teilen. Gesagt, getan! Heute starte ich den Blog «The Lucky Tofu». Eine Seite rund um gutes veganes Essen, Reisen und Lifestyle.

Ich habe mich lange gefragt ob ich das wirklich tun soll. Gibt es nicht schon genug Seiten mit veganen Rezepten? Ist das Angebot an Blogs zu den Themen Reisen und Lifestyle nicht längst gesättigt? Es ist sicher so, dass das Angebot gross ist. Ich selber mag auch gerne etwas Abwechslung und es kann nie schaden, Dinge noch aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Also, legen wir los!

Der Über uns-Bereich ist normalerweise der Ort, in welchem man ein paar Worte zu sich und seinem Blog sagt. Ich möchte meinen erste Blog-Eintrag aber nutzen um euch ein bisschen ausführlicher über mich zu erzählen und was mich dazu bewegt hat «The Lucky Tofu» ins Leben zu rufen.

Die Entdeckung des Kochens

Das könnte jetzt die Stelle sein, an welcher ich euch erzähle, dass ich als Baby schon mein Fläschchen selber zubereitet und bereits im Alter von drei Jahren für meine vierzigköpfige Familie ganz alleine ein Acht-Gänge-Menü zu Weihnachten gekocht habe. Aber ich verzichte besser auf zu viel Pathos und bleibe realistisch. Als Kind hat meine Mama immer gekocht und ich habe sie dafür bewundert. Wenn wir Gäste hatten – und das kam oft vor – wurde sie immer gelobt und für ihre Kochkünste geschätzt. Nicht nur Liebe geht durch den Magen, habe ich mir da gedacht, mit Freundschaft verhält es sich genauso.

Mein Interesse am Kochen kam dann aber erst im Teenageralter auf. Ich kann mich gut dran erinnern, dass es immer ein schönes Gefühl war, zusammen mit meiner Mama etwas tolles am Herd zu zaubern. Natürlich war ich nie eine so gute Köchin wie sie – bis heute nicht! – aber es hat mir gezeigt, dass Kochen Spass macht.

Als ich älter wurde und angefangen habe die Welt zu entdecken, wuchs die Neugierde in mir neue Geschmackserlebnisse kennenzulernen. Ich bin interessiert an der Welt und an all den verschiedenen Ländern und Kulturen und da gehören natürlich auch die kulinarischen Highlights dazu. Essen ist Kultur! Nicht nur in fernen Ländern, auch bei uns zuhause ist es ein Unterschied, ob man dem Essen die Bedeutung zukommen lässt, die es verdient oder ob es einfach nur zur Kalorienaufnahme dient. Oh mein Gott, was für ein schrecklicher Gedanke!

Vegetarischer Anfang

Warum ich mich heute pflanzenbasiert ernähre ist eigentlich keine so grosse Sache. Ich habe noch nie viel Fleisch gegessen. Einerseits hat es mir nie sonderlich geschmeckt und andererseits hatte ich auch immer irgendwie ein schlechtes Gewissen den Tieren gegenüber. Irgendwann habe ich mich entschlossen, ganz auf Fleisch zu verzichten und angefangen mich vegetarisch zu ernähren. Mit ein Grund dafür war ein bisschen auch mein Mann, der – wie wir in der Schweiz sagen – ein richtiger «Fleischtieger» war. Er hat oft und gerne Fleisch gegessen. Während einer Reise durch Japan hat er sich mit dem Vegetarismus der japanischen Zen-Kultur auseinandergesetzt. Nach seiner Rückkehr wollte er in einer Art Selbstversuch zwei Wochen auf Fleisch verzichten und ist schliesslich so zum Vegetarier geworden.

Kulinarisch war der Entscheid mich vegetarisch zu ernähren fast so etwas wie eine Offenbarung! Der Schweizer Fleischverband hatte früher den Slogan «Schweizer Fleisch. Alles andere ist Beilage.» und war sich offenbar nicht bewusst, wie recht er damit hatte. Als Fleischesser konzentriert man sich hauptsächlich nur auf das Fleisch, alles andere ist nebensächlich. Dabei übersieht man eine grosse Vielfalt, welche das Essen unheimlich spannend macht. Als Vegetarierin ging es mit dem Ausprobieren erst richtig los und ich drang in geschmackliche Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Okay… das war jetzt wohl ein bisschen zu viel Star Trek. Natürlich war es da ein grosser Vorteil, dass internationale Küche für mich schon immer ein grosses Thema war. Gerade bei asiatischen Gerichten spielt Fleisch oft eine weniger grosse Rolle, anders als bei der gutbürgerlichen Küche in Mitteleuropa. Auf dem ersten Roadtrip als Vegetarierin, der von Colorado an die Westküste bis nach San Francisco führte, stellte ich zu meiner Freude fest, dass der für die USA typische Fast Food vegetarisch genau so gut schmeckt. Nach der Ankunft in Denver staunte ich nicht schlecht, als die coole Brewery in einem ehemaligen Bahnhof nicht nur Craft Bier, sondern auch Blackbean Burger auf der Speisekarte führte.

Wer sich vegetarisch ernährt kommt nicht darum herum, sich intensiver mit Ernährung zu befassen. In diesem Zusammenhang beschäftigen sich die meisten irgendwann auch mit der Lebensmittelindustrie und kommen über kurz oder lang mit dem Thema Veganismus in Kontakt. Es ist wohl irgendwann auch die logische Konsequenz ebenfalls die Verwendung von anderen tierische Produkten zu reduzieren oder ganz darauf zu verzichten. Lange Zeit hat mich weniger die Vernunft davon abgehalten mich vegan zu ernähren, sondern vielmehr die Radikalität mit der ein Teil der Veganerinnen und Veganer auftreten. Während Vegetarismus für mich ganz einfach eine ethisch vertretbare Ernährungsform war, schien mir der Veganismus fast schon so etwas wie eine autoritäre Ideologie zu sein.

Ich habe im Laufe der Zeit den Anteil an tierischen Produkten auf meinem Speiseplan reduziert und zum Beispiel nur noch Sojamilch verwendet, ohne aber komplett auf eine vegane Ernährung umzustellen. Stattdessen habe ich mich mit anderen Bereichen beschäftigt, wie etwa meinen Pflege- und Kosmetikprodukten. Natürlich war mir bewusst, dass solche Produkte teilweise an Tieren getestet werden. Als ich tiefer in die Thematik eingetaucht bin, war ich schockiert vom Ausmass dieser unnötigen Tests. Es war eine sehr grosse Herausforderung alle meine Produkte durch tierversuchsfreie Alternativen umzustellen. Als ich damit durch war, ging es weiter mit allem was im Haushalt sonst noch Verwendung findet, vom Fensterreiniger bis zum Waschmittel. Schliesslich konnte ich sagen, dass mein kompletter Haushalt «cruelty free» ist und ihr könnt mir glauben, diese Umstellung war um einiges aufwändiger als ich anfangs gedacht habe.

Vegan at last

Dass ich schliesslich den Schritt zu einer rein pflanzenbasierten Ernährung gemacht habe, hat damit angefangen, dass meine Mutter mit einer strengen Diät ihren erblich bedingten Bluthochdruck unter Kontrolle bringen konnte. Ihre Werte hatten sich erheblich verschlechtert und der Arzt hat ihr deshalb starke Medikamente verschrieben, die auch beträchtliche Nebenwirkungen haben konnten. Der Doktor staunte nicht schlecht, als sich der Blutdruck nach ein paar Wochen in den normalen Bereich entwickelt hat und das alleine durch die Anpassung der Ernährung – die Diät beinhaltete unter anderem den Verzicht auf tierische Produkte. Zur selben Zeit wurde eine Dokumentation auf Netflix über Veganismus heiss diskutiert. Schön war, dass dieser Film für einmal nicht den missionarischen Ton hatte, den man sonst gewohnt war. Es wurden normale Leute mit normalen Leben gezeigt, die normales Essen assen, das aber eben aus Überzeugung vegan war. Das war der Moment, als ich mich entschieden habe, nicht nur auf Fleisch und Fisch, sondern komplett auf tierische Produkte zu verzichten.

Der Schritt von einer vegetarischen zu einer veganen Ernährung mag auf den ersten Blick klein sein, tatsächlich ist das nicht ganz so einfach. Es gibt eine Vielzahl an Fleischalternativen, das war zwar früher auch etwas schwieriger, aber mittlerweile kann man vieles problemlos 1:1 ersetzen. Natürlich geht das teilweise auch bei Milchprodukten, aber eben nur teilweise. Ob man Soja- oder Kuhmilch in den Kaffee giesst macht eigentlich keinen Unterschied. Beim Rahm wird es schon schwieriger, da dieser nicht genau die gleichen Eigenschaften hat wie das tierische Pendant. Eine grosse Herausforderung ist sicher auch der Käse. Die vegane Variante schmeckt kaum wie Käse aus Kuhmilch und hat auch nicht die gleichen Eigenschaften. Richtig tricky wird es bei den Eiern. Bei Gebäck kann man Eier zwar relativ easy ersetzen, aber bei klassischen Eierspeisen muss man schon etwas kreativer werden.

Aber genau diese Herausforderung macht mir Spass! Ich bin in erster Linie eine Geniesserin, die gerne gut und abwechslungsreich isst. Vegan und Genuss schliessen sich nicht aus, im Gegenteil! Eine pflanzenbasierte Ernährung bedeutet keinen Verzicht. Rezepte ohne tierische Zutaten zu kreieren, die genau so schmecken wie das Original oder sogar noch besser, das ist meine Aufgabe. Es ist immer schön wenn Gäste zu mir sagen «Und das war jetzt vegan?». Und damit sind wir auch schon bei der Motivation «The Lucky Tofu» zu lancieren. Mein Blog ist nicht nur auf Veganerinnen und Veganer ausgerichtet, sondern für alle die gerne gut essen. Ich beobachte, dass immer mehr Menschen bewusst konsumieren und pflanzenbasierte Gerichte auch bei nicht-veganen Ernährungsformen einen immer höheren Stellenwert einnehmen. Auch Flexitarier, die sich inspirieren lassen wollen, sind herzlich willkommen. Oder selbstverständlich auch wenn jemand einen Gast erwartet, der sich vegan ernährt und dem man mehr als einfach nur einen Salat servieren möchte.  Mein Ziel ist es nicht, irgendjemanden zu einer veganen Ernährung zu überreden, das ist eine ganz persönliche Entscheidung. Realistisch betrachtet nützt es auch mehr, wenn unsere Gesellschaft als Ganzes den Verzehr von tierischen Produkten um 10% reduziert als wenn weniger als 3% der Bevölkerung komplett darauf verzichtet. «The Lucky Tofu» soll eine Inspiration dazu liefern.

Mehr als nur Essen und Trinken

Es soll aber nicht nur ums Essen gehen. Ich kann mich gut erinnern wie schwierig es war meine Pflegeprodukte auf tierversuchsfreie Alternativen umzustellen. Da gibt es eben nicht nur Schwarz und Weiss. Es gibt Unternehmen, die arbeiten tierversuchsfrei, aber das Mutterhaus nicht. Soll man die nun trotzdem kaufen? Oder es gibt Anbieter die lediglich Greenwashing betreiben und Produkte als vegan anpreisen, sie aber trotzdem an Tieren testen. Da ist es schwierig die Übersicht zu behalten, nicht zuletzt weil teilweise auch «vegane» Influencerinnen Werbung für solche Produkte machen und verschweigen, dass sie an Tieren getestet werden. Auch bei solchen Entscheidungen möchte ich meine Erfahrungen mit euch teilen und mit Tipps zur Seite stehen.

Last but not least, soll es auch ums Reisen gehen. Andere Länder und Kulturen sind spannend und inspirierend, nicht nur aus kulinarischer Sicht. Es gibt so viel zu sehen! Andere und neue Blickwinkel bringen uns als Menschen weiter und anderen Menschen näher. Es soll hier auch Platz für diese Einblicke haben und dir den ein oder anderen Tipp für ein gutes veganes Restaurant am anderen Ende der Welt oder gleich um die Ecke liefern.

Aber jetzt freue ich mich auf dieses Abenteuer hier! Danke, dass ihr bei «The Lucky Tofu» dabei seid.

Stefanie

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