Kürbis-Curry mit Kokosmilch

Gut zu wissen!

Kokosmilch wird nur in der südindischen Küche verwendet, im restlichen Indien werden Currys ohne Kokosmilch zubereitet.

Ich liebe Curry und mit Kürbis geht es mir genau so. Natürlich schmeckt mir auch eine Kürbiscremesuppe. Wie ich schon beim orientalischen Kürbis-Rezept erwähnt habe, kann ein Kürbis mehr als das. Zum Beispiel indisches Curry – südindisches Curry um genau zu sein.

Kuerbis Curry mit Serviette von oben

Was ist eigentlich Curry?

Curry hat in den letzten Jahren richtig durchgestartet. Bis weit in die 1990er-Jahre war Curry für viele einfach ein gelbes Gewürz, das man für Riz Casimir braucht. Irgendwann haben wir dann von Chicken Curry gehört und später kamen die Thai-Restaurants. Heute ist die Welt nicht zuletzt dank dem Internet kleiner geworden. Auch das wachsende Angebot an internationalen Restaurants hat seinen Teil dazu beigetragen, dass wir kulinarisch weltoffener geworden sind. Jedes Kind kennt heute Curry und dennoch weiss niemand so richtig was Curry ist.

Wo wir früher Curry auf die besagte Gewürzmischung reduziert haben, meinen wir heute, dass jeder Eintopf oder jede Sauce aus Asien ein Curry ist. Sicher gibt es auch solche, die das etwas mehr eingrenzen. Wer einmal in Thailand in den Ferien gewesen ist, sagt Curry und meint Thai-Food. Andere denken bei Curry an das Chicken Curry, das sie immer im indischen Restaurant bestellen. Beides stimmt, ist aber eben doch falsch. Das Problem ist, Curry gibt es gar nicht! Weder in Indien noch in Thailand werden Gerichte, die wir hier als Curry kennen, so bezeichnet.

Das Wort «Curry» wurde von den Briten während ihrer Kolonialherrschaft erfunden. Die Bezeichnung geht auf das tamilische Wort «Kari» zurück, das so etwas wie Sauce oder Tunke bedeutet. Aus Kari wurde Curry und damit die englische Bezeichnung für Gerichte aus Südasien. Traditionell werden indische Gerichte nach ihren Hauptzutaten benannt, zum Beispiel Aloo Gobi, Kartoffeln und Blumenkohl. Geläufig sind auch Bezeichnungen der Zubereitungsart, wie Korma für Schmorgerichte. Im internationalen Sprachgebrauch hat sich Curry dennoch durchgesetzt, so wie wir dies heute kennen.

Kuerbis Curry mit Reis von oben

Indisches Curry vs Thai-Curry

Die wohl bekanntesten Curry-Varianten sind Thai-Curry und indisches Curry. Obwohl beide als Curry bezeichnet werden, haben sie wenig miteinander zu tun. Die Zubereitung, die Zutaten und der Geschmack sind sehr unterschiedlich.

Thai-Curry (thailändisch «Kaeng») hat eine eher flüssige Konsistenz und ist mehr Suppe als Sauce. Der Geschmack ist frisch, leicht und scharf. Bei der Zubereitung von Thai-Curry wird in der Regel eine Paste verwendet, die aus frischen Chilis, Ingwer, Zitronengras, Limetten, Knoblauch, Schalotten und weiteren Zutaten besteht. Ein weiteres Merkmal von fast allen Thai-Currys ist die Verwendung von Kokosmilch, die ein Hauptbestandteil der Sauce ist. Als Beilage wird Jasminreis serviert, auch Nudeln sind nicht ungewöhnlich.

Indisches Curry hat eine dickflüssige, teilweise fast cremige Konsistenz und ist mehr Eintopf als Sauce. Der Geschmack ist herzhaft. Indisches Curry ist weniger scharf als die thailändische Variante. Die Basis sind oft Tomaten und Zwiebeln die zusammen mit Gewürzen wie Kreuzkümmel, Kurkuma, Korianderpulver, Chilipulver und Zimt eingekocht werden. Die Beigabe von Kokosmilch ist nicht üblich, nur in einigen südindischen Regionen werden Currys so verfeinert. Als Beilage wird Basmatireis oder Fladenbrot gereicht.

Mein Kürbis-Curry

Ich konnte wieder einmal nicht widerstehen und habe einen Kürbis mit nachhause genommen. Da waren wir zwei nun also alleine in der Küche, mein Hokkaidokürbis und ich, und grübelten was wir denn heute Schönes zaubern wollen. Der Kürbis meinte zu mir, dass er etwas besonderes sei und deshalb keine Suppe werden möchte. Ich hatte erbarmen mit ihm und ausserdem schon ewig nicht mehr indisch gegessen. Deswegen haben wir uns für ein Kürbis-Curry entschieden. Nicht irgendein Kürbis-Curry, sondern ein von der südindischen Küche inspiriertes Curry mit Kokosmilch.

Ich bin eine Liebhaberin der indischen Gewürz- und Geschmackswelt und lasse diese gewöhnlich für sich wirken. Zur Abwechslung ist manchmal die feine Note von Kokosmilch sehr spannend, die mit ihrer leichten Süsse über dem Ganzen schwebt. Gerade mit dem leicht nussigen Geschmack des Hokkaidokürbis harmoniert das wunderbar.

Dann grüsst also bitte euren Kürbis von mir. Auch er wird sich sicher freuen, keine Suppe sondern ein exotisches Gericht aus dem fernen Indien zu werden.

Kuerbis Curry Zutaten
Kürbis Curry
Kürbis ist ein vielseitiges Gemüse, das mehr kann als Kürbissuppe. Wie wäre es zur Abwechslung mit diesem feinen Kürbis-Curry mit Kokosmilch?
Zutaten für4 Personen
Vorbereitung 10 Minuten
Zubereitung 30 Minuten
Gesamtzeit 40 Minuten

Das brauchts

  • 1 Hokkaidokürbis ca 600 g
  • 5 EL Öl
  • 100 ml Wasser
  • 3 EL Tomatenpüree
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 cm Ingwer
  • 1 TL Ahornsirup
  • 1 Dose Pelati
  • 1 Dose Kokosmilch
  • 1 Bund Koriander
  • 1 Handvoll Cashewkerne
  • Basmati Reis

Gewürze

So wirds gemacht

  • Kürbis schälen, entkernen und in Würfel schneiden
  • Öl in einer Pfanne heiss werden lassen, Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer hineingeben und 3 Min dünsten
  • Die Gewürze dazugeben und 2 Min. mitdünsten
  • Kürbiswürfel dazugeben, umrühren und mit Wasser ablöschen, 5 Min öcheln lassen und gelegentlich umrühren, damit der Kürbis nicht anbrennt
  • Pelati dazugeben und 20 Min bei gelegentlichem Umrühren köcheln lassen
  • Koriander waschen und mit den Stielen kleinschneiden, 3/4 davon zum Curry in die Pfanne geben
  • Kokosmilch einrühren, Hitze reduzieren und 5 Min auf kleiner Hitze warm werden lassen
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken
  • Cashew Kerne grob hacken und in einer Pfanne rösten
  • Reis in die Teller geben, Kürbis-Curry dazugeben und mit restlichem Koriander und Cashewkernen garnieren

Tipp!

Hokkaidokürbisse kann man auch mit der Schale essen, wenn man mag. Solltet ihr Butternut und Muskatkürbissse verwenden, müssen diese vor der Zubereitung unbedingt geschält werden.
Rezept drucken
Kuerbis Curry und Kuerbis Deko

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wie bewertest du das Rezept?




Schliessen
© 2021 The Lucky Tofu
Schliessen