Mango-Aprikosen-Chutney

Gut zu wissen!

Das Mango-Aprikosen-Chutney enthält alle sechs Geschmacksrichtungen (süss, sauer, salzig, scharf, bitter und herb) die eine Mahlzeit nach der ayurvedischen Ernährungslehre enthalten sollte.

Beim Mango-Aprikosen-Chutney trifft Orient auf Okzident. Genauer trifft die heimische Aprikose auf die Mango aus Asien. Das Ganze verarbeitet in einem indischen Chutney. 

Woher meine Begeisterung für Chutney kommt weiss ich nicht mehr so genau. Irgendwann stand in einem indischen Restaurant eine Schüssel Mango-Chutney mit Papadam auf dem Tisch und es war um mich geschehen. Papadam ist ein dünner gebackener Fladen aus dem Mehl von Hülsenfrüchten. So etwas wie indische Chips. Normalerweise stehen da noch andere Schalen, die mit Tamarinden- und mit Minzsauce gefüllt sind. Ich hatte aber nur Augen für das Mango-Chutney und hab sogar noch einmal nachbestellt. Seither hat mich das Chutney nicht mehr losgelassen. Irgendwann habe ich angefangen selber Mango-Chutney zu machen. Das ging lange gut. Da passierte es.

Wie kommt  die Aprikose ins Chutney?

Eines schönen Tages, ich hatte gerade das letzte Glas von meinem selbstgemachten Mango-Chutney geleert, gingen mir die Mangos aus. Also gut, nicht ganz. Ich hatte genug Mangos gekauft um Nachschub zu produzieren. Mein Mann hat aber klammheimlich eine Mango stibitzt und da stand ich nun da mit leeren Chutney-Gläsern und zu wenig Mangos. Was also tun? Glücklicherweise war gerade Aprikosen-Saison und ich hatte eine Kiste frische Aprikosen gekauft. Da sagte ich mir, was für Konfitüre gut ist, sollte für Chutney doch nicht schaden. Bisher hatte ich nur süsse Rezepte mit Aprikosen gemacht. Doch genau die Mischung von Süssem, Salzigem und Scharfem macht doch das Exotische eines Chutneys aus. Also habe ich einfach die fehlende Mango durch Aprikosen ersetzt und war verblüfft, wie gut das Chutney geworden war. Seither gibt es bei mir meistens nur noch Mango-Aprikosen-Chutney.

Mango Aprikosen Chutney mit Löffel von oben

Von Mangos und Aprikosen

Aprikosen kennen wir in Europa gut. Sie wird in unseren Breitengraden kultiviert. In der Schweiz ist das Wallis die Aprikosenhochburg. Im Ausland sieht man das Wallis eher als Winterdestination, weil jedes Kind das Bild des schneebedeckten Matterhorns kennt. Das Rhonetal ist dank der vielen Sonnentage und der Föhnlage ideal für den Weinbau und für den Anbau von Aprikosen. Die Aprikose zählt zu den Rosengewächsen und in dem Zusammenhang steht auch ihr Name. Im Vergleich zu anderen Rosengewächsen blüht die Aprikose sehr früh, deshalb erhielten sie von den Römern den Namen «Praecoces», was in Latein «frühreif» bedeutet.

Mangos kennt man auch, aber die Frucht ist exotisch. Die Mango ist im tropischen Regenwald zuhause. Ursprünglich stammt sie aus Asien, genauer aus der Region zwischen dem indischen Bundesstaat Assam und Myanmar. In Indien gilt die Mango als Nationalfrucht. Eine weitere Sorte, die philippinische Mango, wächst in Borneo. In alten hinduistischen Überlieferungen wird die Mango als «Götterspeise» bezeichnet. Auch heute noch wird sie den Göttern dargeboten. Die Jain-Göttin Ambika sitzt in traditionellen Darstellungen jeweils unter einem Mangobaum. Das erklärt vielleicht warum Mango-Chutney einfach göttlich schmeckt. Im 16. Jahrhundert brachten portugiesische Seefahrer die tropische Frucht nach Europa. 

Mango Aprikosen Chutney mit Chili auf Schale von oben

Zubereitung von Mango-Aprikosen-Chutney

Ich achte darauf während der Aprikosensaison genügend Mango-Aprikosen-Chutney zu produzieren, also im Juli und August. Es gibt importierte Aprikosen bereits etwas früher, aber das Warten lohnt sich.

Heimische Mangos gibt es natürlich nicht, die müssen importiert werden. Sie wird in Südamerika, Afrika oder Asien kultiviert. Ich achte darauf, dass ich nur Mangos kaufe, die mit dem Schiff zu uns gelangen. Der Import mit dem Flugzeug verursacht zehnmal mehr Emissionen. Gewöhnlich werden Flug-Mangos klar deklariert. 

Die Früchte müssen reif sein, die Mango sogar eher sehr reif. Reife Mangos geben bei Druck etwas nach, ähnlich wie Avocados. Natürlich nur ein bisschen, wenn sie sich matschig anfühlen, dann ist das zu viel. Die Schale muss glatt sein.

An das Fruchtfleisch der Mango ranzukommen ist nicht so einfach wie bei der Aprikose. Beide Früchte haben einen Kern, bei der Mango ist dieser nicht so leicht zu entfernen. Ich mache es mir einfach. Erst schäle ich die Mango mit dem Sparschäler. Dann stelle ich sie auf die schmale Seite und schneide etwa einen Zentimeter neben der Mitte von oben nach unten das Fruchtfleisch weg. Das wiederhole ich auf der anderen Seite und schneide am Schluss das Fruchtfleisch, das im Mittelstück noch am Kern hängt, sorgfältig weg. Beim Mittelstück gibt es immer ein Massaker, aber das gehört bei Mangos dazu.

Ich mag etwas Schärfe im Chutney, die gehört zur indischen Küche. Erfahrungsgemäss reichen zwei Zentimeter einer Chilischote, um etwas, aber nicht zu viel Schärfe zu erreichen. Das ist natürlich Geschmacksache. Wer es gar nicht gerne scharf mag, kann die Chill auch weglassen.

Zu was passt Mango-Aprikosen-Chutney?

Wer jetzt sagt, das klingt lecker, aber zu was isst man eigentlich Chutney?

Hier ein paar Ideen:

  • Als Dip zu Papadam oder Fladenbrot
  • Als Sauce in den Burger
  • Als Aufstrich in ein Sandwich (z.B: mit Räuchertofu)
  • Als Sauce zu Gegrilltem
  • Zu Samosas

Mango-Aprikosen-Chutney ist keine Hexerei. Kleine Ursache, grosse Wirkung, kann man da sagen. Viel Spass bei der kulinarischen Reise nach Indien.

Mango Aprikose Chilli Curry Zwiebel von oben
Mango-Aprikosen-Chutney
Beim Mango-Aprikosen-Chutney trifft Orient auf Okzident. Genauer trifft die heimische Aprikose auf die Mango aus Asien. Das Ganze verarbeitet in einem indischen Chutney.
Zutaten für4 kleine Einmachgläser
Vorbereitung 15 Minuten
Zubereitung 30 Minuten
Gesamtzeit 45 Minuten

Das brauchts

  • 400 g Mango eine grosse oder zwei mittlere Früchte
  • 100 g Aprikosen
  • 3 kleine rote Zwiebeln
  • 2 cm Ingwer
  • 2 cm rote Chili
  • 2 EL Weissweinessig
  • 2 EL Zucker
  • 2 TL Currypulver
  • 1/2 TL Kreuzkümmel gemahlen
  • Salz und Pfeffer
  • Agar Agar optional

Material

So wirds gemacht

  • Mangos schälen und in Würfel schneiden
  • Aprikosen entsteinen und vierteln
  • Zwiebel und Ingwer schälen und in kleine Stücke schneiden
  • 2cm Chili abschneiden, halbieren, entsteinen und fein hacken
  • Essig und Zucker in einer Pfanne warm werden lassen, Zwiebeln und Ingwer dazu geben, 2 Min. köcheln lassen
  • Mangos, Aprikosen und Chili beigeben und 15 Min. bei kleiner Hitze einkochen lassen
  • Curry beigeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken
  • Die Mischung in der Pfanne kurz mit dem Pürierstab pürieren, nur leicht, so dass es noch Stückchen drin hat
  • 5 Min. auf mittlerer Stufe köcheln lassen
  • Heiss in abgekochte Gläschen abfüllen

Tipp!

Sollte das Chutney etwas zu flüssig sein kann, einfach einen 1/4 TL Agar Agar mit 2 EL kaltem Wasser anrühren, in die Masse geben und 3 Min. aufkochen lassen, bis das Chutney etwas eindickt.
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Mango Aprikosen Chutney auf Holz von oben

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