Marroni-Pilz-Suppe

Gut zu wissen!

Heute gelten Marroni als Delikatesse.. Das war nicht immer so. Im Tessin gehörten früher Edelkastanien zur «cucina povera», der Arme-Leute-Küche.

Mit dem Herbst kommen die Marroni. Die Edelkastanie muss nicht immer gebraten gegessen werden. Auch in der Suppe schmeckt sie hervorragend. Ein Herbstgericht, das fast zu gut ist um nur eine Vorspeise zu sein.

In jedem grösseren Ort steht spätestens im Oktober ein Stand, wo man frisch gebratene Kastanien kaufen kann. In der Schweiz steht jeweils «Heissi Marroni!» auf dem Schild geschrieben. Die Edelkastanie hat im deutschsprachigen Raum verschiedene Bezeichnungen. In der Pfalz heissen sie Keschde. Im Südtirol Keschtn. Auch in der Schweiz werden sie teilweise Cheschtene oder Cheschtele genannt. Meistens aber Marroni.

Heisse Marroni bedeutet für mich, zuerst die Hände an der warmen Papiertüte wärmen. Erst nach ein, zwei Minuten werden die ersten Marroni geöffnet und gegessen. Nicht, dass frisch gebratene Kastanien langweilig wären. Das gehört zu den geliebten Ritualen in der kälteren Jahreszeit. Aber Marroni sind so gut, die kann man in vielen Variationen geniessen. Wie wärs mit einer Marroni-Suppe? Im Herbst gehören auch Pilze dazu findet ihr? Sehe ich auch so!

Herbstliche Zutaten

Marroni waren einst in der Schweiz ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Vor allem in der Südschweiz, dem Tessin, waren Kastanien eine wichtige Nahrungsquelle. Heute hat sie nicht mehr dieselbe Bedeutung für die Grundversorgung, das kulinarische Erbe wird aber gepflegt. Die Ernte beginnt im September und dauert bis Anfang November. Das heisst, die Kastanien können rechtzeitig zur kalten Jahreszeit in den Marronipfannen im ganzen Land gebraten werden.

Nicht nur Marroni gehören zum Herbst, auch Pilze. Heute kann man einige Pilzarten zwar das ganze Jahr über kaufen. Traditionell gilt jedoch für Pilze der Herbst als Hochsaison. Ich habe für dieses Rezept Champignons und Kräuterseitlinge verwendet. Die eher milden Champignons passen gut zu den würzigen Kräuterseitlingen. Natürlich gehen auch Eierschwämme (so heissen bei uns Pfifferlinge) oder andere Pilzarten wie Shitake. Weniger geeignet sind Pilze mit einem sehr charakteristischen Eigengeschmack wie zum Beispiel Steinpilze. Die Pilze sollen die Marroni geschmacklich nicht überlagern.

Herbstgerichte runde ich gerne mit Nüssen ab. In diesem Fall sind mit den Marroni zwar schon Nüsse im Spiel, Baumnüsse sorgen aber auch bei der Marroni-Pilz-Suppe für das gewisse Etwas. Bei diesem Rezept werden die Walnüsse, wie sie ausserhalb der Schweiz heissen, eingeweicht. Das hat einerseits praktische, andererseits auch geschmackliche Gründe. Eingeweichte Baumnüsse lassen sich einfacher verarbeiten. Dafür reicht eine Einweichzeit von ungefähr einer Stunde. Wenn man die Nüsse länger einweicht, wird die darin enthaltene Phytinsäure abgebaut und unser Körper kann die  Vitamine und Nährstoffe besser aufnehmen. Zudem schmeckt die Baumnuss so besser, als wäre sie frisch geerntet worden.

Vorspeise oder Hauptspeise?

Suppe wird in der klassischen Küche gerne als Vorspeise serviert. Die Marroni-Pilz-Suppe ist als Vorspeise sehr gehaltvoll. Allerdings schmeckt sie so gut, dass es fast schade ist, sie in eine Nebenrolle zu degradieren. Wenn ihr die Suppe als Hauptspeise auftischen möchtet, empfehle ich die anderthalbfache Menge zu kochen. Nach einem Spaziergang durch bunte Alleen in der Herbstsonne kann ich ein Teller Marroni-Pilz-Suppe zum «Znacht» nur empfehlen. 

Guten Appetit!

Marroni Pilze Zitrone Nuesse Zutaten von oben
Marroni-Pilz-Suppe
Marroni schmecken auch als Suppe wunderbar. Ein Herbstgericht, das fast zu gut ist um nur eine Vorspeise zu sein.
Zutaten für4 Personen
Vorbereitung 10 Minuten
Zubereitung 15 Minuten
Einweichzeit der Nüsse 1 Stunde
Gesamtzeit 1 Stunde 25 Minuten

Das brauchts

  • 150 g Pilze nach Wahl ich haben Champignons und Kräuterseitlinge verwendet
  • 150 g gekochte Marroni
  • 50 g Baumnüsse mindestens 1 Stunde einweichen
  • 1 Schalotte
  • 1 Knoblauchzehe
  • 20 ml Wasser
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 EL Thymianblättchen
  • 400 ml Mandelmilch
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 EL Baumnussöl
  • 1/2 TL Salz
  • 1 Prise Pfeffer
  • 50 g trockene Baumnüsse für die Dekoration
  • 1 Handvoll Kürbiskerne für die Dekoration

So wirds gemacht

  • Baumnüsse min. 1 Stunde in warmem Wasser einweichen (idealerweise länger, siehe Text oben)
  • Schalotte und Knoblauch schälen und klein schneiden
  • Pilze reinigen und in Scheiben schneiden
  • Marroni grob hacken
  • Baumnüsse abgiessen
  • 3 EL Olivenöl in einer Pfanne warm werden lassen, Knoblauch und Schalotte darin andünsten
  • Pilze und Walnüsse dazu geben und alles ca. 5 Min. mitdünsten
  • Mit Wasser ablöschen, mit Salz und Pfeffer würzen und 5 Min. köcheln lassen
  • Masse mit einem Stabmixer pürieren
  • Mandelmilch hinzugeben, umrühren und 1 EL Zitronensaft hinzufügen
  • 1 EL Baumnussöl unterziehen und weitere 5 Min. auf kleinster Hitze köcheln lassen
  • Die trockenen Baumnüsse zerkleinern und mit den Kürbiskernen in einer Bratpfanne 2-3 Min. rösten
  • Suppe in einen Teller geben, mit den gerösteten Nüssen und einigen Tropfen Baumnüssöl garnieren und servieren

Tipp!

Pilze sind natürliche Vitamin D-Lieferanten. Allerdings gilt das nur für Wildpilze, Zuchtpilze werden meistens im Dunkeln kultiviert und enthalten deutlich weniger Vitamin D.
Pilze können aber auch nach der Ernte mit Vitamin D «aufgeladen» werden. Legt die Pilze dazu einfach vor der Zubereitung mit den Lamellen nach oben für 30 Minuten in die Sonne.
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Marroni Pilz Suppe mit Serviette

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