Orientalischer Kürbis

Gut zu wissen!

Der Kürbis gehört zu der Gattung der Beerenfrüchte und ist damit die grösste Beere der Welt.

Kürbis ist in der orientalischen Variante nicht einfach nur ein Herbstgemüse. In Kombination mit dem Couscous begibt sich die orange Vitaminbombe auf eine kulinarische Reise in ferne Länder.

Fragt einmal eure Freunde, was für Kürbisrezepte ihnen einfallen. Kürbissuppe! Klar, das kommt wie aus der Pistole geschossen. Und weiter? Nix weiter, das wars normalerweise schon. Ja, der Kürbis hats nicht leicht. Ausser Kürbissuppe und Halloween scheint er eher ein Schattendasein zu fristen. Ob mein orientalisch inspiriertes Kürbisrezept das ändern wird, wage ich zu bezweifeln. Aber genau das macht es zu etwas besonderem. Es ist eben nicht Mainstream. Kichererbsen, Pinienkerne, Granatapfelkerne und Couscous sind nicht die üblichen Begleiter von Kürbissen. Aber ihr werdet sehen, diese Kombination passt hervorragend.

Der Kürbis und seine Begleiter

Der Kürbis, wie wir ihn mit einem breit grinsenden Halloween-Gesicht kennen, stammt aus Amerika. Seinen Ursprung soll er in Zentralamerika haben. Andere Kürbisarten gab es überall auf der Welt, von Asien bis Afrika. Jede Kultur hat entsprechend eigene Kürbisrezepte kreiert. Eigentlich gibt es deshalb viele Varianten, wie der Kürbis zubereitet werden könnte. Von Currys über Tempura bis zur Süssspeise. Die Kombination mit Couscous ist ebenfalls nicht ungewöhnlich. In der nordafrikanischen Küche wird Couscsous traditionell mit allerlei saisonalem Gemüse zubereitet, auch Kürbis. Einziger Unterschied: Statt Kürbis ins Couscous mache ich Couscous in den Kürbis.

Apropos Couscous! Auch hier wird vielen wohl nur ein einziges Rezept einfallen, wenn man nach Couscous fragt: Salat. Wie bei der Kürbissuppe auch, ist Couscous-Salat zwar super, aber Leute, da geht noch mehr! Couscous gehört schliesslich zum Weltkulturerbe. Selbst in der klassischen maghrebinischen Küche gibt es verschiedene Varianten. Schon alleine das Basisrezept schmeckt je nach Region unterschiedlich. In Tunesien ist die Sauce des Couscous eher tomatenlastig und scharf. In Marokko hingegen dominiert die traditionelle Sept Epices-Gewürzmischung. Das darin enthaltene Kurkuma färbt die Sauce gelblich, zudem ist sie auch deutlich milder. Das Couscous in meinem Kürbis-Rezept geht in Richtung Couscous Blanc, eine Variante ohne Sauce.

Orientalischer Kuerbis beide von oben mit Schaelchen

Die Zutaten aus der zweiten Reihe sind gerade bei der orientalischen Küche sehr wichtig für das Gesamtpaket. Von wegen Nebenrolle! Die Kichererbsen sind in erster Linie Proteinlieferanten unterlegen aber das Gericht auch mit ihrer milden nussigen Note. Die Pinienkerne haben einen ähnlichen Einfluss. Sie sind ebenfalls mild im Geschmack, gehen aber in eine leicht süssliche mandelartige Richtung. Ein klarer Gegenspieler sind die Granatapfelkerne, die das Gericht mit ihrer herben Süsse aufpeppen und etwas Säure ins Spiel bringen. All das sorgt zusammen mit den Gewürzen für einen runden Geschmack und zaubert euch in Tausendundeine Nacht.

Ein bisschen Magie bei der Zubereitung

Da habe ich wohl etwas dick aufgetragen. Anders als in Scheherazades Erzählungen braucht es nämlich keine Zaubersprüche um den orientalischen Kürbis zu kochen. Das Geheimnis beim Couscous ist die  richtige Zubereitung. Vergesst was auf der Packung steht. Heisses Wasser ins Couscous zu giessen ist fast schon ein Verbrechen an dem feinen Hartweizengries. Couscous muss über kochendem Wasser gedämpft werden. Nur so bleibt es locker und wird perfekt im Biss. Glaubt ihr nicht? Habe ich auch nicht, bis mein Mann mir gezeigt hat, wie man es traditionell in einer Couscous Pfanne zubereitet. Glaubt mir, der Unterschied ist riesig! Der kleine Zusatzaufwand lohnt sich allemal. Geeignete Pfannen kann man übrigens für wenig Geld kaufen, die Investition ist es echt wert.

Ein Gemetzel ist jeweils das Entkernen des Granatapfels. Irgendwie war früher bei mir immer die halbe Küche vollgespritzt, bis ich die Kerne draussen hatte. Seit ich den Unterwasser-Trick anwende, geht es zwar nicht einfacher aber immerhin ohne Sauerei. Ich fülle jeweils eine grosse Schüssel mit Wasser (im sauberen Spülbecken gehts auch) und entkerne den Granatapfel unter Wasser.

Das war jetzt keine Magie. Verzaubern wird der orientalische Kürbis euch trotzdem. Ich bin gespannt wie euch die Reise gefällt.

Orientalischer Kuerbis geschnitten von oben
Orientalischer Kuerbis Zutaten von oben
Orientalischer Kürbis
Zusammen mit dem Couscous ist das orientalische Kürbisgericht nicht einfach nur ein Herbstgemüse sondern eine kulinarische Reise in ferne Länder.
Zutaten für2 Personen
Vorbereitung 20 Minuten
Zubereitung 50 Minuten
Gesamtzeit 1 Stunde 10 Minuten

Das brauchts

  • 1 Butternutkürbis
  • 3 EL Olivenöl Extra Vergine
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen 
  • 1 EL Ras al Hanout
  • 1 EL Kreuzkümmel gemahlen*
  • 1 TL Korianderpulver*
  • 120 g Kichererbsen (kleine Dose)
  • 1 Granatapfel
  • 50 g Couscous
  • 1 Bund Koriander
  • 150 g veganer Joghurt
  • 1 Handvoll Pinienkerne

So wirds gemacht

Orientalischer Kürbis

  • Granatapfel entkernen und Kerne beiseite stellen
  • Koriander waschen, für die Dekoration fein schneiden und beiseite stellen
  • Couscous dämpfen (siehe unten)
  • Zwiebel und Knoblauch schälen und würfeln
  • Ofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen
  • Kürbis waschen, halbieren und entkernen, anschlissend aushöhlen und 1 cm Rand stehen lassen
  • Das ausgehöhlte Kürbisfleisch in Würfel schneiden
  • Die beiden Kürbishälften mit etwas Öl bepinseln, auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und 25 Min. backen, nach 12 Min. wenden
  • Während der Kürbis im Ofen ist in einer Pfanne das Öl heiss werden lassen und die Zwiebel und den Knoblauch dünsten
  • Gewürze hinzugeben und 2 Min mitdünsten, Kürbiswürfel hinzufügen, umrühren und 2 Min weiterdünsten
  • Mit 80 ml Wasser ablöschen und 15 Min bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Sollte das Wasser eingekocht sein noch etwas nachgiessen, damit nichts anbrennt
  • Kichererbsen hinzufügen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und weitere 5 Min köcheln lassen
  • Pfanne vom Herd nehmen, Couscous dazugeben und gut mischen
  • Kürbis aus dem Ofen nehmen, mit der Couscousmischung  füllen und für weitere 20 Minuten in der Mitte des Ofens backen. Um zu prüfen ob der Kürbis fertig ist mit einem Messer einstechen, er sollte weich sein
  • Pinienkerne in einer Bratpfanne 3 Min goldbraun rösten
  • Kürbis aus dem Ofen nehmen und mit Koriander, Granatapfelkernen und Pinienkernen dekorieren und etwas von der Joghurtsauce darübergiessen

Couscous

  • Couscous in eine Schüssel geben
  • 1 EL Olivenöl und 4 EL Wasser dazugeben
  • Mit Salz und Pfefer würzen, gut mischen und 5 Minuten ruhen lassen
  • Couscous Pfanne mit Wasser füllen und aufkochen
  • Couscous in den Dampfeinsatz geben, auf den Unterteil der Couscouspfanne setzen und 15 Minuten über dem kochenden Wasser dämpfen
  • Couscous wieder in die Schüssel geben, noch einmal 4 EL Wasser dazugeben, mischen und wieder in den Dampfeinsatz geben
  • Couscous über dem kochenden Wasser für weitere 15 Min fertigdämpfen

Joghurt

  • Joghurt mit 1 EL Olivenöl mischen
  • Mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken

Tipp!

Solltest du keine Couscouspfanne haben, mische das Couscous in einer Schüssel mit Wasser, Öl, Salz und Pfeffer, lasse es ruhen und dämpfe es dann in einem Sieb über kochendem Wasser.
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Orientalischer Kuerbis in silber Schale mit Serviette

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