Rhabarberwähe

Gut zu wissen!

Rhabarber sollte nur bis zum Johannistag am 24. Juni geerntet werden.

Frühlingszeit ist Rhabarberzeit! Es gibt vieles, das man mit Rhabarber machen kann, Kompott, Confiture oder Kuchen. Als grosser Wähen-Fan mache ich gerne Rhabarberwähe. Die Schweizer Blechkuchen schmecken mit Rhabarber einfach traumhaft.

Wähe oder Kuchen – das ist eine der grossen Fragen die Schweizerinnen und Schweizer beschäftigt. Tatsächlich sind beide Bezeichnungen für die typischen Blechkuchen richtig. Ob jemand Kuchen oder Wähe sagt hängt von der Region ab, wobei auch da Ausnahmen die Regel bestätigen. Ich zum Beispiel bin in Luzern aufgewachsen und da wird traditionell die Bezeichnung Rhabarberkuchen verwendet – für mich war und ist es jedoch klar eine Rhabarberwähe. Neben Wähe oder Kuchen gibt es auch noch die Bezeichnungen Dünne oder Fladen. 1958 gab es sogar eine Arbeit, welche die Bezeichnungen sprachwissenschaftlich untersucht und kartografiert hat. Nun ja, ob Rhabarberwähe, Rhabarberkuchen oder Rabarberfladen spielt im Endeffekt auch keine Rolle, Hauptsache er schmeckt.

Der Rhabarber

Rhabarber ist ein typisches Saisongemüse. Genau, er zählt zu den Gemüsen, obwohl wir ihn eher wie eine Frucht behandeln. Die Ernte beginnt im April und  endet am 24. Juni, am Johannistag. Danach nimmt die unerwünschte Oxalsäure in der Pflanze zu und ausserdem braucht sie eine ausreichende Regenerationszeit für eine ertragreiche Ernte im nächste Jahr. Der Rhabarber gehört damit zu den ersten Freilandgemüsen, welche im Frühling geerntet werden. Die sauren Stengel sind reich an Vitamin C und enthalten Mineralstoffe wie Kalium und Phosphor. Ursprünglich stammt der Rhabarber aus dem Himalaya und wurde schon vor fast 5000 Jahren als Heilmittel geschätzt. Ab dem 18. Jahrhundert wurde das Gemüse dann zuerst in England und schliesslich in ganz Europa verbreitet und ist heute aus unserem Speiseplan kaum mehr wegzudenken.

Von der Rhabarber zur Wähe

Das Grundrezept der Rhabarberwähe ist ähnlich wie bei der Spinatwähe, bei der salzigen Variante ist allerdings der Guss etwas anders. Was zu Rhabarber sehr gut passt ist Vanille, deshalb gebe ich dem Guss bei der Rhabarberwähe jeweils gemahlenes Vanilliepulver bei. Der Teig ist ein einfacher geriebener Teig, allerdings in der veganen Version nicht gerieben, sondern einfach in einer Schüssel oder im Foodprocessor verarbeitet. Es gibt vegane Rezepte, die den geriebenen Teig mit Margarine oder veganer Butter herstellen. Aus meiner Sicht macht es aber keinen Sinn verarbeitete Zutaten zu verwenden, wenn es nicht wirklich nötig ist. Schlussendlich geht es bei der Zugabe von Butter um den Geschmack und das Fett, da Alternativen aber nie einen richtigen Buttergeschmack bieten können, kann man für das Fett ganz einfach neutrales Öl verwenden, in meinem Fall Rapsöl.

Ich mache die Rhabarberwähe meistens zum Kaffee oder als Dessert. Allerdings kann sie auch problemlos eine Hauptmahlzeit sein.

Rhabarberwähe
Die süss-saure Rhabarberwähe ist ein traditioneller Schweizer Blechkuchen für den Frühling. Rhabarber ist gesund und wirkt vitalisierend. Kombiniert mit einer leichten Vanillenote ist diese Wähe ein wunderbares Dessert.
Zutaten für1 Wähe
Vorbereitung 10 Minuten
Zubereitung 10 Minuten
Backzeit 40 Minuten
Gesamtzeit 1 Stunde

Das brauchts

Für den Teig

  • 100 g Halbweissmehl
  • 50 g Dinkelvollkornmehl
  • 40 ml Rapsöl
  • 5 EL kaltes Wasser
  • 1/2 TL Zucker
  • 1 Prise Salz

Für den Belag

  • 500 g Rhabarber
  • 2 EL gemahlene Haselnüsse
  • 2 EL Kokosraspel

Für den Guss

  • 200 g Seidentofu
  • 100 ml Pflanzenmilch
  • 3-4 EL Ahornsirup
  • 1/4 TL Vanillepulver oder eine Vanilleschote auskratzen
  • 1 TL Natron

So wirds gemacht

  • Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel von der Mitte aus mit dem Wasser und Öl anrühren und von Hand oder mit der Küchenmaschine zu einem glatten Teig kneten, dann zugedeckt im Kühlschrank 30 Minuten ruhen lassen
  • Backofen auf 220 Grad Ober/Unterhitze vorheizen
  • Rhabarber waschen und in Scheiben schneiden
  • Kuchenteig 3mm dick auswallen und in in das Kuchenblech legen, den Rand 2-3 cm hochziehen und den Boden mit einer Gabel dicht einstechen
  • Kokosraspel und gemahlene Haselnüsse auf dem Teigboden verteilen
  • Seidentofu und Sojamilch mit dem Ahornsirup, Natron und Vanillepulver in einem hohen Gefäss mixen
  • Den Guss langsam auf der Nussmischung verteilen, bis der Boden komplett bedeckt ist
  • Danach Rhabarber darauf verteile
  • 35 Minuten in der unteren Hälfte des Ofens backen, die letzten 5 Minuten in der oberen Hälfte goldig backen

Tipp!

Die Rhabarberwähe kann gut noch am Tag nach dem Backen gegessen werden, so kann man zweimal ein feines Dessert geniessen.
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