Vegane Bärlauchquiche

Gut zu wissen!
Die Quiche stammt aus der Region Lorraine (Lothringen) im Nordosten von Frankreich.

Es ist wieder Bärlauchzeit! Wir feiern das würzige Wildkraut mit einer Bärlauchquiche. Der französische Klassiker erinnert an eine herzhafte Schweizer Wähe und ist doch etwas ganz anderes. Mit dieser veganen Variante heissen wir den Frühling willkommen.

Direkt zum rezept

Sobald wir den ersten Bärlauch am Waldrand sehen, geht sie los, die Bärlauchsaison. 🌿 Es fühlt sich irgendwie gut an, die Zutaten für seine Mahlzeiten selbst zu sammeln. Mit dem Bärlauch kommt auch wieder die Frage auf, was man mit dem würzigen Kraut anstellen soll. Pesto geht immer, ein Bärlauchbrot natürlich auch und Spätzli mit Bärlauch sind sowieso ein Klassiker. Dieses Mal wollten wir einmal etwas Neues ausprobieren und haben uns deshalb endlich an ein Rezept gewagt, das schon lange auf unserer Bucket List stand: Eine Quiche. 👩🏻‍🍳

Veganer Bärlauch Quiche

Quiche, Tarte, oder Wähe?

Bevor wir den frisch gepflückten Bärlauch verarbeiten, wollen wir erst einmal klären, was der Unterschied zwischen einer Quiche, einer Tarte und einer Wähe ist. Auch wenn die Blechkuchen auf den ersten Blick ähnlich aussehen, gibt es bei genauerem Hinsehen doch einzigartige Unterschiede.

Sowohl die Quiche als auch die Tarte stammen aus Frankreich. Während die Quiche eher im Nordosten, genauer gesagt in Lothringen (daher auch Quiche Lorraine), gebacken wird, findet man die Tarte in ganz Frankreich. 🇫🇷 Beide werden mit Mürbeteig gebacken. Während es aber sowohl süsse als auch salzige Varianten der Tarte gibt, wird die Quiche nur mit einer herzhaften, reichhaltigen Füllung zubereitet. Der Rand der Quiche ist normalerweise höher und dicker, während der Teig der Tarte feiner verarbeitet wird und eine dünnere Kruste hat.

Im Gegensatz dazu ist die Schweizer Wähe eher rustikal. In der Regel wird sie ebenfalls mit Mürbeteig gebacken, Blätterteig geht aber auch, wie wir bei unserer Marroni-Zwiebel-Wähe gesehen haben. Belegt wird der Schweizer Blechkuchen entweder mit Gemüse wie Spinat oder mit Früchten (Apfelkuchen ist nicht nur in den USA ein Klassiker). Das Gemüse oder die Früchte werden vor dem Backen mit einem Guss aus Eiern und Milch übergossen.

Diese drei Blechkuchen zeigen auf eine spannende Art, wie vielfältig Backen sein kann. Und sie machen deutlich, wie wichtig die regionalen Unterschiede dieser kulinarischen Tradition sind.

Veganer Bärlauch Quiche

Vegane Bärlauchquiche

Bei der veganen Bärlauchquiche ist der Bärlauch natürlich das geringste Problem. Den kann man von Mitte März bis Ende April am Waldrand selbst pflücken. Traditionell wird die Füllung der Quiche mit Eiern und Rahm zubereitet. Für die vegane Variante mussten wir da allerdings nicht bei Null anfangen, sondern konnten auf dem Guss aufbauen, den wir für unsere veganen Wähen verwenden. 👨🏻‍🍳 Dieser kommt ebenfalls ohne Milch und Eier aus. Weil wir für die Quiche aber mehr Guss brauchen, mussten wir uns etwas einfallen lassen, damit er wie bei der klassischen Variante stockt und gleichzeitig luftig bleibt. Ausserdem enthalten die meisten Quiches Käse. 🧀

Als Basis haben wir also den Guss der salzigen und der süssen Wähe kombiniert, also Seitentofu und festen Tofu zusammen und mit pflanzlicher Milch vermischt. Damit der Guss fest wird, geben wir Maisstärke dazu, damit er luftig bleibt, etwas Backpulver. 🫧 Und last but not least sorgen Hefeflocken für den Käsegeschmack. 🧀🌱 Das Tüpfelchen auf dem i ist dann noch etwas Kala Namak, für den Ei-Geschmack der Füllung. Alles in allem greifen wir hier also auf altbekannte Zutaten der veganen Küche zurück, eine Ausbildung zur Alchemistin war zum Glück nicht nötig.

Das Ergebnis verblüfft selbst diejenigen, die keine Erfahrung mit pflanzlichen Gerichten haben. Durch den Tofu ist die Quiche zudem eine wahre Proteinbombe. Das interessiert mich allerdings weniger, die Hauptsache ist, dass die Bärlauchquiche bombastisch schmeckt, und das tut sie definitiv. Jetzt kann der Frühling kommen! 😍

Veganer Bärlauch Quiche
Vegane Bärlauchquiche
Wir feiern den Frühlingsanfang mit dieser leckeren veganen Bärlauchquiche. Das würzige Wildkraut begeistert in unserer Füllung ohne Eier ganz besonders gut. Wer die französische Variante der Schweizer Wähe mag, sollte dieses Rezept unbedingt ausprobieren.
Zutaten für1 Quiche
Vorbereitung 5 Minuten
Zubereitung 20 Minuten
Zeit im Ofen 40 Minuten
Gesamtzeit 1 Stunde 5 Minuten

Das brauchts

Mürbeteig

  • 150 g Mehl z.B. Dinkelmehl
  • 40 ml Rapsöl
  • 5 EL Wasser kalt
  • ½ TL Salz

Bärlauchquiche

  • 80 g Bärlauch
  • 250 g Seidentofu
  • 400 g Tofu
  • 2 EL Maisstärke
  • 4 EL Hefeflocken
  • 1 TL Kala Namak
  • 2 TL Backpulver
  • etwas Kurkuma optional, für die Farbe
  • 5 EL pflanzliche Milch
  • 2 TL Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

So wirds gemacht

Mürbeteig

  • Mehl und Salz in einer Schüssel mit dem Wasser und Öl anrühren und zu einem glatten Teig zusammenfügen, dann flach drücken und zugedeckt 30 Min im Kühlschrank ruhen lassen

Bärlauchquiche

  • Seidentofu, Tofu, Maisstärke, Hefeflocken, Kala Namak, Backpulver, Kurkuma, pflanzliche Milch und Olivenöl im Standmixer zu einem Guss mixen, mit Salz und Pfeffer abschmecken
  • Bärlauch fein hacken und in einer Schüssel mit dem Guss mischen
  • Den Kuchenteig 3 mm dick auswallen, in das Kuchenblech legen, den Rand 2-3 cm hochziehen und den Boden mit einer Gabel dicht einstechen
  • Den Bärlauchguss gleichmässig auf dem Teigboden verteilen und die Bärlauchquiche bei 200 Grad Ober-/Unterhitze 40 Min backen

Tipp!

  • Wenn ihr etwas Zeit sparen möchtet, könnt ihr auch einen gekauften Kuchenteig verwenden.
  • Wer den Bärlauch nicht selbst pflücken möchte, kann ihn natürlich auch kaufen. Von Mitte März bis Ende April ist das würzige Kraut in fast jedem Supermarkt erhältlich.
Hast du dieses Rezept nachgekocht?Erwähne @TheLuckyTofu oder tagge #theluckytofu
Veganer Bärlauch Quiche

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