Veganes Pad Thai mit Tofu

Gut zu wissen!
Thailand hiess bis 1939 Siam. Das Nationalgericht Pad Thai sollte nach der Umbenennung die thailändische Identität festigen.

Pad Thai beweist, dass Thailand das Geheimnis des kulinarischen Glücks geknackt hat. Mit nichts weiter als Nudeln, ein paar geheimnisvollen Zutaten und einem Wok. Unsere vegane Variante des thailändischen Nationalgerichts bringt dieses Glück auch in eure Küche. Und das geht ganz einfach!

Direkt zum rezept

Früher war thailändisches Essen für mich gleichbedeutend mit Thai-Curry. Daran ist natürlich nichts auszusetzen, denn wer kann schon etwas gegen Curry haben? Als ich ein paar Jahre in Zürich gelebt habe, habe ich viele neue Restaurants ausprobiert – die Stadt an der Limmat hat wohl die grösste kulinarische Auswahl der Schweiz. 😋

Eine Arbeitskollegin hat mich damals in ein kleines asiatisches Restaurant mitgenommen. Sie meinte, ich müsse unbedingt Pad Thai probieren. Obwohl ich mir nichts darunter vorstellen konnte, habe ich mir eine Portion bestellt. Und ich habe es nicht bereut. Die Mischung aus süss, sauer und salzig war wirklich einzigartig. Süss-sauer kannte ich bis dahin nur von chinesischen Gerichten, aber Pad Thai war etwas ganz anderes – Wow! 🤩

Veganes Pad Thai mit Tofu

Pad Thai – Thailands Nationalgericht

Der vollständige Name des Gerichts lautet «Kway Teow Pad Thai», was wörtlich übersetzt ganz einfach  der «gebratene Reisnudeln nach thailändischer Art» bedeutet. Für den typischen frischen, süss-sauren Geschmack sorgen Tamarindenpaste und Palmzucker.

Oft gibt es viele Legenden und Geschichten über den Ursprung eines Gerichts. Pad Thai ist eine Ausnahme. Während des Zweiten Weltkrieges wurde Thailand von Plaek «Phibun» Phibunsonghram regiert. Der autoritär herrschende Ministerpräsident erliess eine Reihe von Bestimmungen, die die thailändische Identität fördern sollten. Hinzu kam, dass durch den Krieg und mehrere Überschwemmungen der Reis knapp wurde. Um dem entgegenzuwirken, sollte die Bevölkerung mehr Nudeln essen. 🍜 So gab Phibun den Auftrag ein neues Gericht zu kreieren, das die nationale Identität fördern und gleichzeitig vor einer möglichen Reisknappheit schützen sollte. Dieses Gericht war Pad Thai. 🇹🇭

Obwohl oft behauptet wird, dass Pad Thai eine lange Tradition hat, gibt es Berichte, dass chinesische Händler ein ähnliches Gericht bereits im 18. Jahrhundert zubereitet haben. Dies ist durchaus plausibel, da praktisch alle Nudelgerichte in Südostasien auf chinesische Einwanderer zurückgehen. 🇨🇳

Veganes Pad Thai mit Tofu

Pad Thai vegan zubereiten

Die Zubereitung von Pad Thai ist wie bei allen Stir-Fry-Gerichten sehr einfach. «Pad» bedeutet Stir-Fry, also «rührbraten». Diese Zubereitungsart ist in Thailand weit verbreitet, wie unser Pad Krapao und Pad Med Mamuang zeigen. 🔥

Unsere vegane Variante unterscheidet sich kaum vom Original, wir lassen nur das Ei 🥚 weg und verwenden eine vegane No-Fish-Sauce. Anders als bei uns, wo Tofu nur in der vegetarischen und veganen Küche verwendet wird, kommt er in Asien auch in der traditionellen Küche zum Einsatz. In Thailand wird Pad Thai oft mit Shrimps zubereitet. Tofu ist meistens trotzdem drin.

Die Zutaten

Bei Stir-Fry-Gerichten ist die Vorbereitung sehr wichtig, denn ist der Wok erst einmal heiss, geht es Schlag auf Schlag. Ohne «mise en place» geht es also nicht, das heisst zuerst wird die Sauce gekocht, alle Zutaten werden geschnitten und vorbereitet und erst dann geht es an den Wok.

Veganes Pad Thai mit Tofu

Tamarindenpaste

Für den typischen Geschmack sind, wie bereits erwähnt, die Tamarindenpaste und der Palmzucker verantwortlich. Die Tamarindenpaste wird aus den Früchten des Tamarindenbaums gewonnen. Sie schmeckt süss-säuerlich, genau das mag ich an Pad Thai. Als ich angefangen habe, selbst Pad Thai zu kochen, musste ich die Tamarindenpaste noch im Asia-Shop holen, heute bekommt ihr sie in den meisten Supermärkten in der Asia-Abteilung. 🥢

Palmzucker

Palmzucker wird aus Palmblüten hergestellt. Deren Saft wird eingekocht und kristallisiert zu Zucker. Wird der Zucker aus den Blüten der Kokospalme 🥥 gewonnen, spricht man von Kokosblütenzucker. Im Vergleich zu unserem Haushaltszucker ist Palmzucker weniger süss und hat eine leichte Karamellnote. Kokosblüten- oder Palmzucker gibt es in grösseren Supermärkten, in Reformhäusern oder im Asia-Shop.

No-Fish-Sauce

Die vegane Alternative zu Fischsauce ist No-Fish-Sauce. Fischsauce wird in Thailand zum Salzen verwendet. 🧂 Glücklicherweise ist vegane No-Fish-Sauce mittlerweile in vielen Supermärkten erhältlich. Solltet ihr keine finden, könnt ihr auch Sojasauce verwenden.

Veganes Pad Thai mit Tofu

Weitere Zutaten

Die weiteren Zutaten sind überschaubar, denn neben dem Tofu braucht ihr nur Frühlingszwiebeln, Knoblauch 🧄 und frische Bohnensprossen. Eigentlich wird Pad Thai mit Schnittknoblauch (manchmal auch chinesischer Schnittlauch genannt) zubereitet. Da dieser nicht überall erhältlich ist, nehmen wir Frühlingszwiebeln. Die haben aber einen kräftigeren Geschmack, deshalb muss das Grün in feine Streifen geschnitten werden. Wir verwenden Mungobohnensprossen, weil Sojasprossen in rohem Zustand giftig sind. Erdnüsse sind unverzichtbar. Schaut, dass ihr ungesalzene findet. 🥜

Nudeln

Natürlich dürfen wir die Reisnudeln nicht vergessen. Wir verwenden eine etwas breitere Sorte, weil sie die Sauce sehr gut aufnimmt. Auch die findet man in den meisten Supermärkten in der Asia-Abteilung. 🛒 In unserem Rezept und auf der Packung steht, dass ihr sie in kochendem Wasser einweicht. Achtet dabei darauf, dass sie nicht zusammenkleben. Wenn ihr genug Zeit habt, lasst sie vor dem Kochen zwei Stunden bei Zimmertemperatur in Wasser einweichen. So kleben sie nicht zusammen und sie haben etwas mehr Biss.

Und jetzt, wo alle Zutaten bereit sind, können wir nur noch sagen: Ran an den Wok! 👩🏻‍🍳

Veganes Pad Thai mit Tofu
Veganes Pad Thai mit Tofu
Entdeckt die Magie Thailands mit unserem veganen Pad Thai. Dieses schnelle und einfache Rezept entführt euch in die Welt der thailändischen Aromen – authentisch, lecker und unvergesslich.
Zutaten für4 Portionen
Vorbereitung 5 Minuten
Zubereitung 25 Minuten
Gesamtzeit 30 Minuten

Das brauchts

Für die Sauce

Für das Pad Thai

  • 250 g Reisnudeln breit
  • 200 g Tofu
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 120 g Mungobohnensprossen
  • 60 g Erdnüsse geröstet, ungesalzen
  • 2 EL Öl

Ausserdem

  • 2 Limetten zum Beträufeln
  • Mungobohnensprossen für die Garnitur
  • 1 Bund Koriander frisch, für die Garnitur

So wirds gemacht

  • Reisnudeln in einer Schüssel mit kochendem Wasser übergiessen und ziehen lassen, bis sie weich sind (ca. 3-5 Min) – Nudeln zwischendurch mit einer Gabel vorsichtig auflockern, damit sie nicht zusammenkleben, dann in einem Sieb mit kaltem Wasser abschrecken
  • Zutaten für die Sauce in eine kleine Pfanne geben und erhitzen, solange rühren, bis sich der Palmzucker aufgelöst hat
  • Erdnüsse grob hacken, Tofu pressen und fein schneiden, Knoblauch schälen und fein hacken, das Weiss der Frühlingszwiebeln fein hacken, das Grün in ca. 4 cm lange dünne Streifen schneiden (siehe Bild)
  • Öl im Wok erhitzen, Tofu, Knoblauch und das Weiss der Frühlingszwiebeln dazugeben und unter ständigem Rühren ca. 3-4 Min rundum braten, bis die Zwiebeln weich sind – sollte die Mischung zu trocken werden, noch etwas Öl dazugeben (nicht mit Öl sparen, sonst kleben die Nudeln zusammen)
  • Nudeln und Sauce dazugeben und gut mischen, bis die Nudeln die Sauce aufgenommen haben
  • Bohnensprossen, das Grün der Frühlingszwiebeln und die Hälfte der gehackten Erdnüsse dazugeben, gut mischen und 1 Min weiterbraten
  • Sofort servieren, mit den restlichen Erdnüssen und gehacktem Koriander garnieren und zwei, drei Limettenschnitze zum Beträufeln dazu servieren

Tipp!

  • Anstelle von Frühlingszwiebeln könnt ihr auch Schnittknoblauch (chinesischer Schnittlauch) verwenden. In diesem Fall braucht ihr zusätzlich eine Zwiebel, die Anstelle dem Weiss der Frühlingszwiebeln verwendet wird.
  • Vorsicht bei den Sprossen! Weil sie nur kurz bzw. bei der Garnitur gar nicht erhitzt werden, verwenden wir Mungobohnensprossen. Sojasprossen sind in rohem Zustand giftig.
  • Wenn ihr Zeit habt, weicht die Reisnudeln zwei Stunden bei Zimmertemperatur in Wasser ein, statt sie mit kochendem Wasser zu übergiessen. Bei der langsamen Variante kleben die Nudeln nicht zusammen und behalten ihren Biss besser.
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Veganes Pad Thai mit Tofu

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