Zucchetti können langweilig sein. Müssen sie aber nicht. Diese Zucchetti-Puffer treten an, um dieses Gerücht ein für alle Mal zu widerlegen. Knusprig, saftig und vegan! Kombiniert mit einem frischen Joghurt-Dip machen sie sogar aus Skeptikern überzeugte Wiederholungstäter.
Direkt zum rezeptMeine Beziehung zur Zucchetti 🥒 war lange eher ambivalent. Nicht aus grundsätzlicher Abneigung – ich mag ja Gemüse –, sondern weil ich einfach weiche, matschige Zucchetti so richtig schrecklich finde. Du kennst das sicher: Dieses undefinierbare «Meh!», das da auf dem Teller liegt, wenn die Zucchetti zu lange gekocht wurde. 😞 Für mich war das immer ein No-Go. Zucchetti-Salat geht immer, aber gekocht? Das lasse ich normalerweise lieber bleiben, weil der Sweet Spot zwischen «perfekt zart» und «schlapp und suppig» sehr schmal erscheint. 🙈

Ich habe mir aber gedacht: «No risk, no fun» und dann bei diesen Zucchetti-Puffern doch zugeschlagen. Und ich bin froh, dass ich das Risiko eingegangen bin, denn bei dieser Version gibt es wirklich keinen Punkt, an dem sie überkocht werden, die knusprige Textur und der Geschmack sitzen einfach. 😋
Zucchetti oder Zucchini – Schweizer Präzision mit Verniedlichungsdrang
Zucchetti oder Zucchini? In der Schweiz ist das eine Frage der Haltung. Wir sagen Zucchetti. Für eine. Für viele. Für alle. In Deutschland heisst das gleiche Gemüse Zucchini, was korrekt ist, bei uns aber ungefähr so wirkt wie «Brötchen» statt Weggli. Man weiss zwar, was gemeint ist, greift aber instinktiv zum eigenen Wortschatz. 😅

Ein bisschen Sprachgefühl, ein bisschen Verniedlichung, sehr viel Schweiz
Spannend ist, dass beide Begriffe vom italienischen «Zucca» stammen und bereits eine Verkleinerungsform sind. Genau hier fühlen wir Schweizer uns sofort zu Hause. Diminutive gehören bei uns einfach dazu. Nicht, weil wir alles verniedlichen müssen, sondern weil Sprache dadurch näher rückt. Ein Gläsli Wein 🍷 klingt nach Feierabend, ein Käfeli ☕️ nach Pause und eine Zucchetti eben nach Küche, nicht nach einer Diskussion am Marktstand.

Ob Zucchetti-Tätschli oder Zucchini-Puffer – gemeint ist immer dasselbe knusprige Glück aus der Pfanne. 😊
Vom Gemüse zum genialen Fritter – der kulinarische Sprung
Was diese veganen Zucchetti-Puffer so überzeugend macht, ist nicht eine spektakuläre Technik, sondern ein einfaches, gut funktionierendes Prinzip. Hier geht es nicht um weich oder zerkocht, sondern um Textur, Balance und Gelingsicherheit. Die Zucchetti wird dabei nicht kaschiert, sondern gezielt in eine Form gebracht, in der sie genau das liefert, was man sich von ihr wünscht: Saftigkeit ohne Wässrigkeit und Biss statt Brei.





Hier stehen Textur und Balance im Mittelpunkt. Die geraspelte Zucchetti wird mit Paniermehl, Mehl, Speisestärke und Hefeflocken verbunden, sodass eine stabile Masse entsteht – ganz ohne Ei. Dieses Prinzip kennst du vielleicht schon von unserem veganen Okonomiyaki: Mit der richtigen Kombination aus Zutaten funktioniert die Bindung auch ohne Ei zuverlässig. 🥚
Warum diese Puffer auch ohne Ei funktionieren
Die Gemüsetätschli funktionieren übrigens ganz ohne Ei und auch ohne Ei-Ersatz. Das zeigt einmal mehr, dass vegane Zucchini-Puffer keine Kompromisslösung sind. Dieses Rezept gehört in die Kategorie «entspannt umsetzbar». Die Puffer halten zusammen, werden schön knusprig und nehmen einem genau die Sorge ab, die man bei Zucchini-Puffern sonst oft hat. Der vegane Joghurt-Dip mit Dill 🌿 und Zitrone 🍋 setzt einen frischen Akzent und rundet das Gericht perfekt ab.

Der Zauber steckt im Detail: Geschmack, Konsistenz und Aromen
Am Ende zählt nicht die Idee, sondern das Ergebnis auf dem Teller. Und genau hier unterscheiden sich bei Zucchetti-Gerichten oft Hoffnung und Realität.


Knusprig, saftig und ohne böse Überraschungen
Hier liegt die grosse Stärke dieses Rezepts. Die Zucchetti sind aussen knusprig und innen saftig, ohne dass dieser typische Moment auftritt, in dem man sich fragt, wo eigentlich die Struktur geblieben ist. Die Aromen bleiben klar, nichts verwässert, nichts zerfällt.

Auch wenn du, wie ich früher, Zucchetti skeptisch gegenüberstehst, solltest du diese vegane Variante probieren. Sie zeigt, wie gut Zucchini-Puffer ohne Ei schmecken, wenn Textur und Balance stimmen. 🤩
Lass dich verführen – deine Zucchetti kann mehr, als du denkst
Was ich sagen will? Gib der Zucchetti eine zweite Chance! Nicht als weich gekochte Beilage die niemand bestellt hat und trotzdem auf dem Teller liegt, sondern als knuspriger Zucchetti-Fritter mit ernstzunehmendem Suchtpotenzial. Falls du bisher bei Zucchini automatisch innerlich abgeschaltet hast: Willkommen zurück! Dieses Gericht ist dein offizieller Wiedereinstieg. 🙌🏼
Mach sie einmal, iss zwei, plane drei und wundere dich beim vierten, warum du diesem Gemüse so lange misstraut hast. Und falls du dir dabei leise denkst: «Okay, gut, Zucchetti, ich nehme alles zurück», ist das in Ordnung. Das bleibt unter uns. 😂

Das brauchts
Für die Zuchetti-Puffer
- 800 g Zucchetti
- 3 Frühlingszwiebeln
- 30 g Mehl
- 20 g Maisstärke
- 80 g Paniermehl
- 5 EL Hefeflocken
- Salz und Pfeffer
- Öl zum Anbraten
Für den Joghurt-Dip
- 300 g veganer Joghurt
- 2 EL Dill frisch
- Abrieb einer halben Bio-Zitrone
- 1 Knoblauchzehe
- Salz und Pfeffer
So wirds gemacht
Zucchetti-Puffer
- Zucchetti waschen, die Enden abschneiden, grob raspeln, in eine Schüssel geben, mit 1 TL Salz mischen und ca. 10 Min ziehen lassen
- Frühlingszwiebeln waschen und fein hacken
- Geraspelte Zucchetti mit den Händen oder einem sauberen Küchentuch gut ausdrücken
- Mehl, Maisstärke, Paniermehl und Hefeflocken in einer grossen Schüssel mischen
- Ausgedrückte Zucchetti und Frühlingszwiebeln zur Mehlmischung geben, alles gut vermengen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und 2–3 Min ruhen lassen
- Etwas Öl in einer Bratpfanne erhitzen, aus der Masse ca. 8 flache Küchlein von je etwa 1.5 cm Dicke formen und bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldbraun und knusprig anbraten
Joghurt-Dip
- Dill fein hacken
- Knoblauchzehe zum veganen Joghurt pressen, gehackten Dill und Zitronenabrieb dazugeben und alles gut verrühren
- Dip mit Salz und Pfeffer abschmecken
- Zucchetti-Puffer am besten noch warm mit dem Joghurt-Dip servieren
Tipp!
- Wenn du richtig knusprige Puffer willst, nimm dir Zeit, die Zucchetti gut auszudrücken – je weniger Wasser, desto besser die Textur.
- Forme die Puffer eher flach als dick. So werden sie gleichmässig goldbraun und garen ohne matschige Mitte.
- Brate die Puffer bei mittlerer Hitze. Wenn die Hitze zu hoch ist, werden sie dunkel, bevor sie innen stabil sind.
- Wende die Puffer erst, wenn sie sich von selbst lösen. Wenn du sie zu früh bewegst, verlieren sie ihre Form.
- Der Dip gewinnt, wenn du ihn kurz ziehen lässt. Wenn du etwas Zeit hast, stelle ihn vor dem Servieren für ein paar Minuten kühl.
