Vegane Fischknusperli ohne Fisch – Tofu kann das!

Gut zu wissen!
Fish and Chips werden in Grossbritannien meist als ganzes Filet serviert, in der Schweiz kommen Fischknusperli dagegen in kleinen Stücken auf den Teller.

Enthält Werbung für Nahrin.

Fischknusperli ohne Fisch? Klingt zwar im ersten Moment komisch, funktioniert aber erstaunlich gut. Knusprig, goldbraun und innen zart – genau so, wie man sie kennt. Unsere vegane Variante setzt auf Tofu und Gewürze, verpackt in einen luftigen Bierteig. Das Ergebnis ist vertraut und doch neu und macht schnell klar, dass hier nichts fehlt.

Direkt zum rezept

Ich bin zwar nicht an einem See aufgewachsen, aber dank der Aare war man in Solothurn trotzdem immer am Wasser. 🌊 Im Frühling sind wir manchmal mit dem Schiff 🛳️ Richtung Biel gefahren und oft in Altreu bei der Storchensiedlung ausgestiegen. Oben auf den Dächern standen die Nester, aus denen neugierig die Köpfe der jungen Störche lugten. Ich war jedes Mal begeistert. 🤩

Moment! Wie heisst das Restaurant?

Und dann war da auch dieses Restaurant. Schon der Name hat mich als Kind begeistert: «Zum Grünen Aff». 🐒 Störche und Affen an einem Nachmittag? Besser konnte es nicht mehr werden. Bis es eben doch noch besser wurde. Es gab nämlich jedes Mal eine Portion Fischknusperli, wenn wir dort waren.

Störche und Fischknusperli

Diese Erinnerung ist geblieben. Der Blick nach oben zu den Störchen, das leise Plätschern der Aare und vor mir ein Teller mit goldbraunen Knusperli, die ich grosszügig in Tartarsauce getunkt habe. Und irgendwo zwischen all dem stellte ich mir die Frage, ob Störche wirklich die Babys bringen. 👶🏽👶🏻

Fisch geht auch vegan

Genau dieses Gefühl wollten wir zurückholen. Und das geht auch pflanzlich! 🌱 Unser «Fisch» 🐟 kommt zwar nicht aus dem Wasser, aber das, was nachher aus dem heissen Öl kommt, steht den Knusperli aus meiner Erinnerung in nichts nach. Einmal eintunken, einmal abbeissen und ich bin wieder dieser kleine Bub in der Gartenbeiz.

Fischknusperli und vegane Fish and Chips im Vergleich

Auf den ersten Blick scheinen Fischknusperli ein typisch schweizerisches Traditionsgericht zu sein. Tatsächlich ist ihre Geschichte aber überraschend unspektakulär. Es gibt keinen klaren Ursprung, kein festes Datum und auch keine Region, die sie für sich beansprucht. Sie sind vermutlich aus der Kombination von regionalem Fisch, Restaurants am See und einer spontanen Idee entstanden. 👩🏻‍🍳

Ganz anders sieht es bei ihrem britischen Pendant aus, den Fish and Chips 🍟. Dieses Gericht hat eine klar dokumentierte Geschichte und wurde im 19. Jahrhundert zum festen Bestandteil der Arbeiterküche in Grossbritannien 🇬🇧. Frittierter Fisch und Kartoffeln entwickelten sich hier ziemlich schnell zum Klassiker und stehen bis heute für Alltag, Tradition und ein gutes Stück britische Identität.

Die Schweizer Fischknusperli haben sich eher nebenbei entwickelt. Sie wurden von derselben Technik inspiriert, aber an lokale Gegebenheiten angepasst. Statt eines grossen Filets gibt es hier kleine, handliche Stücke. Restaurantküche statt Streetfood. Sommerklassiker statt Nationalgericht.

Vielleicht liegt genau darin ihr Reiz. Fish and Chips haben eine klare Geschichte. Fischknusperli hingegen sind eher ein Ausdruck von Schweizer Pragmatismus: Man nimmt, was da ist, und macht etwas Gutes daraus. 😋

Fischersatz: Vegane Fischknusperli aus Tofu

Der spannendste Teil passiert lange bevor das Öl heiss ist. Denn bei veganen Fischknusperli geht es nicht darum, Fisch zu kopieren, sondern zu verstehen, was ihn ausmacht.

Die Basis bildet Tofu, der nicht einfach gewürfelt, sondern zu einer formbaren Masse verarbeitet wird. Dadurch entsteht eine Textur, die eher an Fisch erinnert als an ein Stück Tofu. Entscheidend sind dabei die Bindung und die Struktur. Paniermehl und Stärke sorgen dafür, dass die Masse zusammenhält und beim Frittieren dennoch locker bleibt. Genau hier zeigt sich, wie einfach veganer Fischersatz sein kann.

Warum Algen den typischen Fischgeschmack bringen

Für den typischen Geschmack spielen Algen 🌿 eine zentrale Rolle. Noriflocken bringen diese leicht maritime Note mit, die man sofort mit Fisch verbindet. Dazu kommen Gewürze, die für Tiefe sorgen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Besonders schön fügt sich hier die Pfeffer Würzmischung von Nahrin ein. Die Kombination aus verschiedenen Pfeffersorten sorgt für eine runde, warme Schärfe, die deutlich feiner wirkt als reiner schwarzer Pfeffer.

Bierteig für vegane Fischknusperli

Und dann ist da noch der Bierteig 🍺. Er ist nicht einfach nur eine Hülle. Das Bier bringt Luftigkeit und eine feine, herbe Note mit, die perfekt mit den würzigen Komponenten harmoniert. Beim Frittieren entsteht daraus diese goldene, knusprige Schicht, die beim Reinbeissen sofort überzeugt.

Und dann kommt der Moment, in dem alles zusammenfindet. Das heisse Öl, der Teig, die Form – und plötzlich wird aus einer pflanzlichen Masse etwas, das sich erstaunlich vertraut anfühlt. Genau dieses Zusammenspiel macht diese pflanzlichen Fischknusperli zu einer spannenden Alternative zu veganen Fish and Chips oder klassischem Backfisch.

Ein Bissen – und plötzlich ist man wieder am Wasser

Fischknusperli leben vom Kontrast. Aussen knusprig, innen weich. Am besten schmecken sie frisch aus dem Öl, wenn die Hülle noch leicht zischt und der erste Biss dieses typische Knacken hat.

Serviert werden sie klassisch mit Tartarsauce, oft begleitet von Pommes oder einem einfachen Salat 🥗. Genau diese Kombination macht es aus. Kein Schnickschnack, nichts Kompliziertes. Einfach ein Teller, der nach Sommer schmeckt. ☀️

Und vielleicht passiert dann genau das, was bei mir immer noch passiert. Ein Bissen, ein kurzer Moment  und plötzlich ist man wieder dort, irgendwo am Wasser, wie früher.

Vegane Fischknusperli ohne Fisch – Tofu kann das
Fischknusperli ohne Fisch? Genau das dachten wir auch. Bis diese hier aus dem Öl kamen. Tofu hin oder her, danach wollte niemand etwas anderes mehr.
Zutaten für12 Knusperli
Vorbereitung 15 Minuten
Zubereitung 25 Minuten
Gesamtzeit 40 Minuten

Das brauchts

Für den «Fisch»

  • 400 g Tofu
  • 2 ½ EL Wasser
  • 2 TL Leinöl
  • 1 TL Zitronensaft
  • 60 g Paniermehl
  • 2 TL Maisstärke
  • 3 EL Nori-Floken
  • ¼ TL Nahrin Pfeffer Würzmischung
  • ¼ TL Paprikapulver edelsüss*
  • ¼ TL Ingwer gemahlen
  • ¼ TL Korianderpulver*
  • ½ Lorbeer
  • 1 TL Salz

Für den Bierteig

Ausserdem

  • Öl zum Frittieren

So wirds gemacht

  • Tofu grob zerkleinern und zusammen mit Wasser, Leinöl und Zitronensaft in den Foodprozessor geben
  • Paniermehl, Noriflocken, Maisstärke, Paprikapulver, Ingwerpulver, Korianderpulver, zerbröseltes Lorbeerblatt, Salz und Pfeffersteuwürze dazugeben und zu einer glatten, homogenen Masse pürieren
  • Aus der Masse ca. 12 kompakte Nuggets formen und gut zusammendrücken, sodass sie stabil sind
  • Nuggets ca. 15 Min im Kühlschrank ruhen lassen
  • Mehl, Backpulver, Salz, Pfeffer, Knoblauchpulver und Paprikapulver in einer Schüssel mischen
  • Bier nach und nach einrühren, bis ein glatter, dickflüssiger Teig entsteht, der gut an den Nuggets haftet
  • Öl in eine hohe Pfanne ca. 5 cm hoch einfüllen und erhitzen, bis es heiss ist
  • Nuggets durch den Teig ziehen, gut umhüllen, kurz abtropfen lassen und im heissen Öl bei mittlerer Hitze 3–4 Min pro Seite goldbraun ausbacken, portionsweise frittieren
  • Auf Küchenpapier abtropfen lassen und heiss servieren

Tipp!

  • Drücke die Nuggets fest zusammen, dann fallen sie beim Frittieren nicht auseinander.
  • Achte darauf, dass der Teig eher dickflüssig ist, so haftet er gleichmässig und läuft nicht ab.
  • Wenn du nicht sicher bist, ob das Öl heiss genug ist, tauche einen Holzlöffel ein. Bilden sich kleine Bläschen, ist es bereit.
  • Frittiere nur wenige Nuggets gleichzeitig, damit die Temperatur des Öls stabil bleibt.
  • Dazu passen klassische Beilagen wie Pommes und eine vegane Tartarsauce.
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