Enthält Werbung für Nahrin.
Weisswein, Knoblauch, Petersilie, Butter – die Sauce, die Moules et Frites eigentlich erst zu Moules et Frites macht, ist viel zu gut, um nur Muscheln vorbehalten zu sein. Wir haben sie mit Linguine verheiratet und die Muscheln durch Kräuterseitlinge ersetzt, die nach Meer schmecken, ohne es je gesehen zu haben. Klingt nach Etikettenschwindel? Schmeckt trotzdem nach Sommerferien!
Direkt zum rezeptEs gibt Gerichte, die schmecken nach mehr als nur nach ihren Zutaten. Sie schmecken nach Erinnerung, nach einer bestimmten Stimmung, nach einem Sommer, der nie so richtig enden wollte. Für mich waren das lange Zeit Moules et Frites. Komisch eigentlich, denn obwohl diese Spezialität ursprünglich aus dem Norden Frankreichs und aus Belgien stammt, hat sie mich immer an Sommerferien in Südfrankreich erinnert. Aber wer sagt, dass Erinnerungen geografisch korrekt sein müssen? 🇫🇷

Wenn ich ehrlich bin, ging es mir dabei nie wirklich um die Frittes. Und eigentlich auch nicht so richtig um die Muscheln selbst. Es ging um diese Sauce. Diese unverschämt einfache, frische Sauce aus Weisswein, Knoblauch 🧄, Butter und Petersilie 🌿, in die man am liebsten ein ganzes Baguette 🥖 getunkt hätte. Die Sauce hätte man theoretisch auch einfach so kochen und löffeln können, aber so allein? Da fehlt halt schon irgendetwas. Mir ist nur nie die zündende Idee gekommen, wie man dieses kleine geschmackliche Meisterwerk anders einbetten könnte.
«Es ging mir nie wirklich um die Frittes – und ehrlich gesagt auch nicht um die Muscheln.»
Bis wir eines Abends im Tarantino’s, einem veganen italienischen Restaurant in Las Vegas 🇺🇸, sassen und in der Speisekarte blätterten. Dort entdeckte ich Pasta mit «Oyster Scallops» in Weissweinsauce. Eigentlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt keine grossen Hintergedanken, sondern wollte vor allem endlich einmal vegane Jakobsmuscheln aus Kräuterseitlingen probieren. Das stand schon ewig auf meiner kulinarischen To-do-Liste.
Als der Teller dann vor mir stand, war ich völlig aus dem Häuschen. Nicht (nur) wegen der «Muscheln». Sondern weil das wie Moules et Frites schmeckte – einfach ohne Moules, ohne Frittes und in einer Kombination, die so simpel wie genial war. Pasta passt eben einfach immer! 😋

Dass ausgerechnet ein veganes italo-amerikanisches Restaurant in Nevada diese französisch-belgische Spezialität so charmant neu interpretierte, machte das Ganze nur noch besser. So inspiriert haben wir uns zu Hause an unsere eigene Version gemacht: eine vegane Muschelpasta, die «Moules et Pasta» neu denkt. 👩🏻🍳
Moules marinière trifft Spaghetti alle cozze: die Wurzeln
Wer hätte gedacht, dass es zwischen einer belgischen Brasserie und einer süditalienischen Küstenosteria so viele kulinarische Berührungspunkte gibt? Moules-frites gilt zwar als Nationalgericht Belgiens, ist aber auch in Nordfrankreich eine Institution. Entstanden ist die Kombination wahrscheinlich aus purer Pragmatik. Muscheln waren an der flämischen Küste ein günstiges und beliebtes Nahrungsmittel und Pommes frites wurden im Winter überall im Land gegessen, wenn andere Lebensmittel knapp waren. Nicht gerade die romantischste Entstehungsgeschichte, dafür aber eine ehrliche.
Die Sauce: das Erbe der Moules marinière
Die wohl bekannteste Variante ist die Moules marinière, und genau diese Zubereitung diente als geschmackliche Blaupause für unser Rezept. Sie besteht aus Weisswein, Schalotten, Petersilie und Butter. Klingt vertraut? Kein Wunder. Denn fast tausend Kilometer weiter südlich, an den Küsten Italiens, gibt es eine verwandte Seele: Spaghetti alle cozze in bianco. 🇮🇹

Diese Pasta mit Miesmuscheln geht der Legende nach auf Ferdinand I. von Bourbon, König beider Sizilien, zurück. Der Monarch liebte Miesmuscheln noch mehr als Fisch und liess sich während der strengen Fastenzeit von seinen Köchen einfache Muschelrezepte kreieren. So entstanden die Spaghetti con le cozze in bianco, Muschel-Spaghetti ohne Tomaten. Zartes Muschelfleisch, Olivenöl, Knoblauch, Weisswein, frische Petersilie – das ist im Kern dieselbe Idee wie die der Moules marinière, nur eben mit Pasta statt Pommes.
Mit anderen Worten: Was uns im Tarantino’s wie ein lustiger amerikanisch-italienischer Spagat erschien, hat in Wahrheit zwei sehr ehrwürdige Vorfahren: einen aus Belgien und einen aus Neapel. Wir reihen uns also in eine ziemlich respektable Tradition ein. Allerdings verwenden wir Kräuterseitlinge statt Muscheln, aber genau das macht es ja interessant.
Vegane Jakobsmuscheln aus Kräuterseitlingen
Die zentrale Frage bei einem solchen Rezept lautet: Wie bringt man das Meer auf den Teller, ohne dass je eine Muschel im Spiel war? Wichtig sind zwei Dinge: Textur und Geschmack.

Warum Kräuterseitlinge die idealen Pilz-Muscheln sind
Die Textur bekommt man fast geschenkt. Kräuterseitlinge 🍄🟫 haben eine wunderbar feste, leicht faserige Konsistenz, die der von Jakobsmuscheln verblüffend nahekommt. Wenn man sie in dicke Scheiben schneidet und die Schnittflächen rautenförmig einritzt, sehen sie nicht nur überzeugend nach Meeresfrüchten aus, sondern nehmen auch die Marinade besser auf. Genau aus diesem Grund haben sich Kräuterseitlinge als Basis für vegane Jakobsmuscheln etabliert. Übrigens lassen sich aus demselben Pilz auch wunderbar vegane Shrimps zaubern – aber das ist eine andere Geschichte. 😉

Die Marinade: Meeresgeschmack ganz ohne Meer
Beim Geschmack wird es spannender. Hier braucht es einen kleinen Trick: einen Sud aus Noriflocken, der den Pilzen die salzig-mineralische Tiefe des Meeres mitgibt. Dazu kommen Kapernwasser und Miso, die zwei Aufgaben gleichzeitig erfüllen. Sie liefern Salz und vor allem Umami, jenen herzhaft-runden Geschmack, der pflanzliche Gerichte oft erst so richtig satt und erwachsen schmecken lässt. Dieses Prinzip funktioniert nicht nur bei Muscheln, so lässt sich auch Fisch erstaunlich überzeugend pflanzlich nachbauen. Ein Spritzer Zitronensaft 🍋 sorgt für die nötige Frische.



Die marinierten Kräuterseitlinge sollten mindestens eine halbe Stunde in der Marinade ziehen. Eine Stunde ist besser, Geduld zahlt sich hier aus. Viel länger sollte es allerdings nicht sein, sonst klappt es nicht mit dem nächsten Schritt.


Scharf anbraten: die Röstaromen machen den Unterschied
Der zweite entscheidende Moment kommt beim Anbraten. Die Pilz-Jakobsmuscheln müssen in einer heissen Pfanne mit Olivenöl scharf angebraten werden, bis sich eine goldbraune Kruste bildet. Diese Röstaromen sind kein Kosmetikbonus, sondern ein vollwertiger zweiter Geschmacksbooster. Wichtig ist, die Pilze vorher gut abtropfen zu lassen, sonst dämpfen sie nur in der Pfanne, statt zu braten.

Die Weissweinsauce: drei Zutaten, viel Wirkung
Und dann die Sauce, das eigentliche Herzstück der veganen Muschelpasta. Sie lebt von ihrer fast schon trotzigen Einfachheit: viel fein gehackter Knoblauch, kurz in Olivenöl und Butter angezogen, abgelöscht mit Weisswein und einem Schluck Bouillon, kurz eingekocht – fertig. Genau diese Reduktion ist es, die der Sauce ihren besonderen Charakter verleiht. Wir verwenden dafür die Gemüse-Bouillon Intenso & Puro vom Schweizer Familienunternehmen Nahrin. Eine 100 % natürliche, glutamatfreie Bouillon mit Schweizer Bergsalz ⛰️ aus Bex und vollem Gemüsegeschmack. Genau diese kräftige, ehrliche Würze unterstreicht die Sauce wunderbar, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.



Zum Schluss kommt die frisch gehackte Petersilie – grosszügig, nicht zaghaft. Die Linguine wandern direkt aus dem Topf in die Pfanne und werden dort mit der Sauce verheiratet. Bei Bedarf sorgt ein Schöpflöffel Pastawasser für die richtige Konsistenz. Obendrauf die goldbraunen Pilz-Jakobsmuscheln. Das ist die ganze Magie! ✨
Linguine mit Kräuterseitlingen: ein Teller, der nach Sommer schmeckt
Das Schöne an dieser veganen Vongole-Interpretation ist, dass sie keine Mühe hat, sich selbst zu sein. Sie will weder besonders raffiniert wirken noch auf Biegen und Brechen vegan sein – sie schmeckt einfach! Nach Knoblauch, nach Wein, nach Petersilie, nach Sommer, nach Meer. Nach diesem ganz bestimmten Moment, in dem man feststellt, dass das, woran man früher gehangen hat, eigentlich gar nie das Eigentliche war.

Wenn ihr also irgendwo zwischen Wehmut und Neugier seid, schnappt euch ein paar schöne, grosse Kräuterseitlinge, einen guten Weisswein (gerne auch ein Glas extra für die Köchin oder den Koch)😎, einen grossen Bund Petersilie und genug Knoblauch, um Vampire in einem Umkreis von drei Kilometern zu vertreiben. Und wer weiss – vielleicht erinnert euch der erste Bissen ja auch an etwas, von dem ihr gar nicht wusstet, dass ihr es vermisst.

Das brauchts
Für die Pilz-Muscheln
- 600 g Kräuterseitlinge 4 Stück, gross
- 100 ml Wasser
- 2 EL Nori-Floken
- 3 EL Zitronensaft
- 1 TL Misopaste*
- 2 EL Kapernwasser (Flüssigkeit aus dem Kapernglas)
- ½ TL Salz
Für die Sauce
- 2 EL Nahrin Olivenöl
- 20 g vegane Butter
- 4 Knoblauchzehen
- 300 ml Weisswein*
- 50 ml Nahrin Gemüsebouillon
- 1 Bund glattblättrige Petersilie
- Salz und Pfeffer
Ausserdem
- 400 g Linguine
- Nahrin Olivenöl zum Anbraten
So wirds gemacht
Pilz-Muscheln
- 100 ml Wasser mit 2 EL Noriflocken aufkochen, 10 Min ziehen lassen, durch ein Sieb giessen und den Norisud auffangen
- Kräuterseitlinge in ca. 2 cm dicke Scheiben schneiden und die Schnittflächen beidseitig rautenförmig einschneiden
- Norisud, Zitronensaft, Miso, Kapernwasser und Salz in einer Schüssel verrühren
- Pilze in eine flache Schale legen, mit der Marinade begiessen und min. 30 Min – am besten 1 Std – ziehen lassen, dabei gelegentlich wenden
- Etwas Olivenöl in einer grossen Pfanne stark erhitzen, marinierte Pilze gut abtropfen lassen und 2-3 Min pro Seite scharf anbraten, bis sie eine goldbraune Kruste haben, aus der Pfanne nehmen und warm stellen
Pasta und Sauce
- Grossen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und Linguine al dente kochen, dabei etwas Pastawasser auffangen (siehe Tipp)
- Inzwischen Knoblauch fein hacken, Petersilie grob hacken und etwas davon für die Garnitur beiseite stellen
- 2 EL Olivenöl und 20 g vegane Butter in dieselbe Pfanne geben, Knoblauch kurz darin anziehen lassen
- Mit Weisswein und Bouillon ablöschen und kurz einkochen lassen
- Gekochte Linguine direkt aus dem Wasser in die Pfanne geben, Petersilie dazugeben und gut mit der Sauce mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken
Anrichten
- Pasta auf Tellern anrichten, Pilz-Muscheln darauf verteilen oder vorsichtig unterheben, mit der beiseite gestellten Petersilie garnieren und sofort servieren
Tipp!
- Bei der Wahl der Pilze grosse, dicke Kräuterseitlinge nehmen – je dicker der Stiel, desto überzeugender die Pilz-Muschel.
- Eine Stunde Marinieren ist der Sweet Spot. Länger nicht, sonst saugen die Pilze zu viel Flüssigkeit auf und lassen sich beim Anbraten kaum noch bräunen.
- Die Pilze unbedingt gut abtropfen lassen, bevor sie in die heisse Pfanne kommen, sonst dämpfen sie statt zu braten und die schöne Kruste bleibt aus.
- Wenn dir die Sauce zu trocken erscheint, gib 2-3 EL vom aufgefangenen Pastawasser dazu. Die darin enthaltene Stärke macht die Sauce gleichzeitig etwas sämiger.
- Beim Weisswein lohnt sich gute Qualität: Was du nicht gerne trinkst, schmeckt auch in der Sauce nicht. Ein trockener Sauvignon Blanc oder ein leichter Pinot Grigio passt besonders gut.
- Wenn du keine Linguine zur Hand hast, funktionieren auch Spaghetti oder Tagliatelle – Hauptsache eine lange Pasta, die sich gut mit der Sauce verbindet.
