Dieser vegane Bratapfel hat alles, was ein Weihnachtsdessert ausmacht: Wärme, Würze, Wein und genau die richtige Portion Festlichkeit. Gefüllt, geschmort und auf eine seidig-vegane Vanillecreme gesetzt, wird er zum leisen Höhepunkt unseres Menüs. Ein Klassiker neu gedacht – und ein Dessert, das beweist, dass ein einfacher Apfel umwerfend viel Magie entfalten kann.
Direkt zum rezeptSeit ich denken kann, gehört der Duft von Apfel und Zimt für mich zur Weihnachtszeit wie Kerzenlicht 🕯️ und warme Socken 🧦. Kaum wehen die ersten kühlen Novemberwinde, atme ich tief ein und stelle mir vor, wie dieser Geruch Weihnachten ankündigt – behaglich, süss, ein bisschen verwegen. Vielleicht geht es dir ähnlich, denn es ist ja Tradition, dass uns diese Aromen durch Advent und Heiligabend begleiten. 🎄

Schon die alten Weihnachtsbäume waren früher mit echten roten Äpfeln 🍎 statt mit glänzenden Kugeln behängt – ein Symbol für den Garten Eden und die paradiesische Frucht überhaupt. Und weil Äpfel so fest zur Winterzeit gehören, schmuggeln sie sich seit jeher in unsere Festtagsküche, sei es als fruchtiger Crumble oder als überraschendes Tiramisu.
Was wir allerdings erstaunlicherweise noch nie auf dem Menü hatten, ist der klassische Bratapfel, das wohl weihnachtlichste aller Apfeldesserts. ✨ Nach unseren Rotweinbirnen im letzten Jahr war also klar: Jetzt kommt er auf den Tisch. Nicht, um Äpfel mit Birnen zu vergleichen, sondern um der heimeligen Frucht endlich jene Bühne zu geben, die sie verdient. Nach der Morchel-Terrine 🍄🟫 als Vorspeise und der Gänsekeule 🪿 als Hauptgang schliessen wir unser diesjähriges klassisches veganes Weihnachtsmenü also mit einem veganen Bratapfel mit Vanillecreme ab.
Ein winterliches Erbe: Die Geschichte des Bratapfels
Der Bratapfel ist keine neumodische Spielerei, sondern ein kulinarisches Traditionsgebäck mit Wurzeln in alten Rezeptbüchern. Erste Rezepte mit gebackenen oder gebratenen Äpfeln tauchen bereits im 17. Jahrhundert in England auf – lange bevor Weihnachten zum Familienfest im heutigen Sinne wurde.

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das einfache, im Ofen gebackene Obst in verschiedenen Regionen Europas zu etwas Festlichem entwickelt, besonders im deutschsprachigen Raum. Hier steht der Bratapfel seit Langem im Winter und zur Weihnachtszeit auf den Tischen.
Im Mittelalter galt der Bratapfel sogar als Symbol für Wohlstand und Festlichkeit, weil Äpfel im Winter ❄️ nur schwer zu bekommen und Gewürze teuer waren. Dass er oft mit Vanillesauce serviert wurde, zeigt, wie sehr er mit winterlicher Gemütlichkeit verknüpft ist.
Zwischen Ofenduft und Portweinschwaden: Die Zubereitung
Der Bratapfel lebt von seiner Einfachheit und von diesem warmen Duft, der schon beim Öffnen des Ofens in die Nase steigt und sofort Weihnachtsgefühle weckt. 🎅🏼 Unsere Version schmort in einer Mischung aus Weisswein und Portwein, die den Äpfeln eine angenehm fruchtige Tiefe verleiht. Innen wartet eine saftige Füllung aus Mandeln und Rosinen, die mit etwas Amaretto und Calvados genau jene winterliche Wärme erhält, die man in einem Festtagsdessert sucht.



Die Zubereitung ist erfreulich unkompliziert: Die Äpfel werden ausgehöhlt, gefüllt und wandern dann in den Ofen, wo sie weich werden, ohne ihre Form zu verlieren. Die Gewürze geben während des Schmorens ihre Aromen an den Wein ab. So entsteht eine aromatische Flüssigkeit, die später wie ein kleiner Glühwein genossen werden kann – ein charmantes Extra zum Dessert. 😋



Serviert wird der Bratapfel auf einer seidig-sanften, selbst gekochten veganen Vanillecreme, die dem Ganzen eine wunderbar runde, cremige Basis verleiht. Ein Dessert, das nicht nur schmeckt, sondern mit seinem Duft und seiner Wärme sofort weihnachtliche Stimmung verbreitet.

Weihnachtliche Verführung – und dein Anstoss zum Nachmachen
Was diesen Bratapfel so besonders macht, ist seine Balance: Die geschmorten Äpfel sind weich und warm, die Füllung saftig und voller winterlicher Aromen, die Vanillecreme cremig und sanft. Und obwohl das Dessert beeindruckend aussieht, ist es erstaunlich unkompliziert – ideal, wenn man an Weihnachten lieber geniessen statt jonglieren will.

Wenn du dieses Jahr ein veganes Weihnachtsdessert servieren möchtest, das Tradition atmet und trotzdem frisch wirkt, dann ist dieser vegane Bratapfel mit Vanillecreme dein goldenes Finale. ✨ Er füllt die Küche mit Duft, das Herz mit Wärme und den Teller mit genau der richtigen Portion Festlichkeit. Back es an! Lass dich überraschen, wie viel Zauber in einem einfachen Apfel steckt! 🌟

Das brauchts
Für die Bratäpfel:
- 4 Äpfel rote, mittelgross, z.B. Boskop
- 300 ml Weisswein
- 100 ml Portwein
- 2 Zimtstange*
- 2 Sternanis
Für die Füllung:
- 140 g gemahlene Mandeln
- 4 EL Sultaninen*
- 4 EL Rohrohrzucker
- 2 EL Amaretto
- 1 EL Calvados
- 4 pflanzlicher Rahm
Für die vegane Vanillecreme:
- 400 ml pflanzliche Milch
- 100 ml pflanzlicher Rahm
- 1 Vanilleschote*
- 30 g Maisstärke
- 3 EL Zucker
- 1 Prise Kurkuma optional, für goldene Farbe
Ausserdem
- Puderzucker zu Bestäuben der Äpfel
So wirds gemacht
Vanillecreme
- Maisstärke mit ein paar EL der kalten pflanzlichen Milch glatt rühren
- Vanilleschote längs aufschneiden, Mark herauskratzen und Mark und Schote mit pflanzlicher Milch, Maisstärke, pflanzlichem Rahm und Zucker erhitzen
- Creme unter Rühren aufkochen, bis sie eindickt, optional Kurkuma einrühren
- Am Schluss Vanilleschote herausnehmen
Füllung
- Gemahlene Mandeln und Rohrohrzucker in einer Schüssel mischen
- Sultaninen mit Amaretto und Calvados verrühren und 15 Min ziehen lassen
- Pflanzlicher Rahm zu den gemahlenen Mandeln geben, Sultaninen mit der Flüssigkeit dazugeben und alles zu einer feuchten Masse verrühren
Bratäpfel
- Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen
- Äpfel waschen, Deckel abschneiden und das Kerngehäuse auslösen, den Apfel so aushöhlen, dass rundherum ca. 5 mm Fruchtfleisch stehen bleiben
- Äpfel mit der Mandel-Sultaninen-Masse füllen
- Äpfel in eine ofenfeste Form setzen, Weisswein und Portwein angiessen, Zimtstangen und Sternanis dazugeben
- Äpfel 20–30 Min backen, bis sie weich sind und dabei ihre Form behalten
- Vanillecreme warm auf Teller geben, Bratäpfel daraufsetzen und mit Puderzucker bestäuben
- Restliche Vanillecreme in Schälchen füllen und dazu servieren
Tipp!
- Wenn du mehrere Portionen servierst, halte die Äpfel nach dem Backen im ausgeschalteten Ofen warm, so bleiben sie weich und saftig.
- Wenn du etwas Zucker in die Schmorflüssigkeit gibst und sie kurz erwärmst, wird daraus ein kleiner weihnachtlicher Glühwein zum Dessert.
- Lass die ausgekratzte Vanilleschote in der Milch mitziehen, wenn du das Aroma besonders intensiv möchtest.
- Übrig gebliebene Creme schmeckt auch kalt wunderbar. Probier sie mit ein paar Früchten als schnelles Dessert.

Ich habe gestern euren super leckeren Bratapfel gebacken! Wir veranstalten immer ein paar Tage vor Weihnachten ein Pre-Weihnachtsessen mit Freunden. Der Bratapfel mit Amaretto und Calvados hat allen super gut geschmeckt.
Am besten gefällt mir, dass er so schnell zubereitet ist und trotzdem so gut schmeckt!
Danke für das festliche Dessert und frohe Weihnachten euch Lieben!
Hallo Jan
Wie schön, das zu lesen, danke dir fürs Teilen 🥰
Ein Pre Weihnachtsessen mit Freunden klingt sowieso nach einer grossartigen Tradition, und umso mehr freut es uns, dass der Bratapfel mit Amaretto und Calvados bei euch so gut angekommen ist. Genau das mögen wir an diesem Dessert auch: wenig Aufwand, aber maximal festlich, und der Duft aus dem Ofen erledigt den Rest.
Danke dir für das liebe Feedback und das Vertrauen in unser Rezept. Wir wünschen euch weiterhin gemütliche, genussvolle Festtage und natürlich frohe Weihnachten 🎄✨
Beste Grüsse
Stefanie