Niemand mag Rosenkohl. Zumindest sagen das alle. Dieses Rezept könnte das ändern! Dieser knusprige Rosenkohl aus dem Ofen sorgt mit seinen intensiven Röstaromen dafür, dass alte Vorurteile ganz leise vom Teller rutschen. Perfekt für alle, die Rosenkohl nie mochten oder für diejenigen, die ihn lieben. Und für die, die darüber nachdenken, ob sie ihm noch einmal eine Chance geben wollen.
Direkt zum rezeptRosenkohl polarisiert wie kaum ein anderes Gemüse. Entweder man liebt ihn oder macht einen grossen Bogen darum. 🙈 Ich gehörte lange ganz klar zur zweiten Gruppe. Als Kind habe ich die kleinen Kohlröschen zwar brav gegessen, aber irgendwann kam der Moment der inneren Emanzipation und ich sagte mir: «Jetzt bin ich erwachsen, das muss ich mir nicht mehr antun!» 😎

Das funktionierte erstaunlich gut. Beim Wildpfeffer gab es einfach etwas mehr Spätzli und Rotkraut, und im Alltag kommt man problemlos ohne Rosenkohl aus. Das Leben ging weiter.
Wäre da nicht Stefanie. Sie liebt Rosenkohl! 😍 Aber auch das war kein Problem, sie hat ihn einfach für sich allein gekocht. Jedem sein Gemüse. Und so blieb es auch, bis wir auf einer Trip durch die Südstaaten auf eine Variante stiessen, die meine Meinung über Rosenkohl komplett auf den Kopf stellen sollte.

Es war einmal in den USA
Über die Essgewohnheiten in den USA kann man vieles sagen. Nicht alles davon ist schmeichelhaft. Aber eines muss man amerikanischen Gastronomen lassen: Sie wissen, wie sie Zutaten geschmacklich auf ein ganz neues Level heben. Das ist meistens nicht besonders gesund, aber es gibt Ausnahmen. Gerösteter Rosenkohl aus dem Ofen ist so eine. Da wird aus einem biederen Wintergemüse, das Generationen von Kindern das Fürchten gelehrt hat, plötzlich ein echtes Highlight. 🥬
In einem kleinen Diner in Dallas hat Stefanie Roasted Brussels Sprouts auf der Karte entdeckt. Bei uns wird Rosenkohl eher selten im Backofen zubereitet, sondern landet meistens gedämpft auf dem Teller. Neugierig fragte Stefanie die Bedienung, wie sie sich das vorstellen muss. Die Dame meinte ganz beiläufig, das sei eine der beliebtesten Sides, ein Familienrezept des Kochs. Ich dachte nur, dass das am Ende immer noch Rosenkohl ist.

Als Stefanie den ersten gerösteten Rosenkohl probiert hat, haben ihre Augen geleuchtet. Sie meinte, dass ich das unbedingt probieren müsse. Ich wollte nicht. Sie sagte, ich müsse! 😅 Und ich wusste, dass sie nicht locker lassen würde. Also habe ich einen probiert und kam aus dem Staunen nicht heraus. Das ist Rosenkohl? Leider konnten wir der Bedienung nicht viel über das Rezept entlocken. Streng geheimes Familienrezept, ihr wisst schon. Sie hat uns nur so viel verraten, dass Ahornsirup im Spiel war.
Zurück in der Schweiz haben wir dann versucht, das Rezept nachzubauen. Mittlerweile hat sich Rosenkohl aus dem Ofen bei uns fest etabliert. Über die Jahre haben wir unser Rezept weiter verfeinert und optimiert, sodass wir nun auch unser eigenes «Familienrezept» haben, das wir selbstverständlich gerne mit euch teilen. 💚
Vom Wintergemüse zum Superfood
Rosenkohl verdankt seinen Namen seiner Form. Seine kleinen, festen Knospen erinnern an kleine Röschen. Besonders in Regionen mit kühlen Wintern ist er in der Küche fest verankert. Botanisch zählt er zur Familie der Kreuzblütler und ist damit eng verwandt mit Kohl 🥬, Broccoli 🥦 und Blumenkohl. Sein früher oft als streng empfundener, bitterer Geschmack kam von natürlichen Pflanzenstoffen, die damals stärker ausgeprägt waren. Durch gezielte Züchtungen ist Rosenkohl heute deutlich milder und ausgewogener im Aroma.

Das Gemüse ist übrigens weit mehr als nur eine Beilage, denn es ist ein echtes Nährstoffpaket. Er enthält besonders viel Vitamin C – mehr als viele Zitrusfrüchte – sowie Vitamin K, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Diese sorgen für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl und unterstützen eine gesunde Verdauung.
All das macht Rosenkohl zu einem idealen Wintergemüse und zu einem verlässlichen Begleiter für eine ausgewogene Ernährung. Gerade in der kalten Jahreszeit, wenn das Immunsystem besonders gefordert ist, liefert er die Unterstützung, die wir gut gebrauchen können. 🤧
Warum Rosenkohl aus dem Ofen so gut funktioniert
Rosenkohl zu rösten, statt ihn zu dämpfen oder zu garen, ist eine Entscheidung für mehr Geschmack. Durch die hohe, trockene Hitze im Backofen karamellisiert der natürliche Zucker im Gemüse. Die Röschen werden aussen knusprig und innen zart. Gleichzeitig mildern die Röstaromen die leicht herben Noten, die manchen unangenehm im Hals steckenbleiben.



In Kombination mit der süss-sauren Marinade aus Olivenöl, Balsamico und Ahornsirup 🍁 entstehen komplexe Geschmacksschichten – eine aromatische Mischung aus Süsse und Säure, kombiniert mit Röstaromen. Diese Technik erlöst den knusprigen Rosenkohl aus dem Ofen von seinem tristen Dasein und gibt ihm eine ganz neue Bedeutung in der Welt des Wintergemüses.


Ein Gemüse zum Verlieben
Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sagen würde, aber: Rosenkohl kann richtig gut sein! 😉 Diese Version hat mich vom Zweifler zum Fan gemacht. Und ja, Stefanie kann es sich bis heute nicht verkneifen, mir das bei jeder passenden (und unpassenden) Gelegenheit unter die Nase zu reiben: «Ich hab’s dir ja gesagt!» 🫣
Falls du Rosenkohl bisher gemieden hast, probier ihn genau so! Und falls du ihn sowieso schon magst, umso besser. Wenn du dich anschliessend dabei ertappst, noch ein paar Röschen vom Blech zu stibitzen, sagen wir einfach: Willkommen im Team! 🧑🤝🧑

Das brauchts
- 500 g Rosenkohl
- 2 Knoblauchzehen
- 3 EL Olivenöl
- 2 EL Aceto Balsamico*
- 1 EL Ahornsirup*
- Salz und Pfeffer
So wirds gemacht
- Backofen auf 220 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen
- Rosenkohl putzen, welke Blätter entfernen und den Strunk knapp abschneiden
- Grosse Rosenkohlröschen halbieren, kleinere ganz lassen
- Knoblauchzehen in eine Schüssel pressen und mit Olivenöl, Aceto Balsamico und Ahornsirup verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken
- Rosenkohl zur Marinade geben, gründlich mischen und dann ca. 30 Min ziehen lassen, dabei gelegentlich durchmischen
- Rosenkohl mit der Schnittfläche nach unten auf ein grosses Backblech verteilen und im oberen Drittel des Ofens ca. 20 Min rösten, bis er goldbraun ist und knusprige Ränder hat
- Gerösteten Rosenkohl dem Ofen nehmen und sofort servieren
Tipp!
- Rühre den Rosenkohl während der Marinierzeit ein- bis zweimal um, damit sich Balsamico und Ahornsirup überall gut verteilen.
- Wenn du es etwas nussiger magst, streue kurz vor dem Servieren ein paar weisse Sesamsamen darüber.
- Achte auf hohe Ober-/Unterhitze, damit der Rosenkohl röstet und nicht weich dämpft.
- Wenn du Reste hast, schmeckt der geröstete Rosenkohl am nächsten Tag kalt im Salat oder in einer Bowl wunderbar.
