Vegane Tofu Nuggets aus dem Airfryer – ganz ohne Chicken!

Fun Fact!
Die Chicken McNuggets kamen bei McDonald's erst 1983 auf den Markt – ganze zwanzig Jahre nach der eigentlichen Erfindung des Nuggets.

Enthält Werbung für Soyana.

Knusprig, golden und ganz ohne Chicken: Unsere veganen Tofu Nuggets aus dem Airfryer sind schneller fertig als die Tiefkühlvariante von der Tankstelle – und schmecken erst noch besser. Das Geheimnis steckt in der Panade und in einer Zutat, die sonst im Ausguss landet.

Ein McDonald’s ist heute so aufregend wie ein Kreisel: Gibt’s überall, guckt keiner mehr hin. Als ich klein war, war das anders. In Solothurn gab es keinen «Mäc», und Ronald McDonald kannte ich nur aus dem Fernsehen, so wie fast alles, was mich damals popkulturell prägte. 🍔 Gute Cartoons liefen im deutschsprachigen Programm kaum, also hing ich vor Super Channel und Sky aus Grossbritannien, vor der Fun Factory und der DJ Kat Show – und in den Werbepausen grinste mir der Clown mit seinen Freunden entgegen. 🤡

Von innen hatte ich ein McDonald’s Restaurant also noch nie gesehen. Die Nachbarjungs schon, und wenn man ihnen glaubte, dann praktisch jedes Wochenende, wobei der grosse Auftritt vermutlich etwas dicker aufgetragen war als die tatsächliche Zahl der Besuche. Immerhin hatten sie die gesamte Karte durchprobiert und schwärmten am meisten von den Chicken McNuggets. Und ich? Burger kannte ich, die gab es auch in normalen Beizen. Aber diese Nuggets, von denen alle redeten, mussten etwas ganz Besonderes sein. In den 80ern gab es in der Schweiz noch keine Nuggets. Ausser bei McDonald’s.

Vegane Tofu Nuggets aus dem Airfryer mit Pommes auf einem Blech mit Backpapier

Die Pilgerfahrt nach Bern

Ich habe meine Mom so lange genervt, bis sie eines Tages ihre alte Schulfreundin in Bern besuchte und uns mitnahm – in einen echten «Mäc». Die Burger schmeckten nach grosser weiter Welt. Doch der eigentliche Höhepunkt waren die Nuggets. Die Nachbarn hatten nicht übertrieben. Ganz im Gegenteil! 🤤

Der Poulet-Professor, dem niemand dankte

Was ich damals nicht ahnte: Mit dieser Begeisterung hing ich an der Arbeit eines Mannes, den kaum jemand kennt. Denn dass McDonald’s die Nuggets erfunden habe, ist ein hartnäckiger Irrtum. Der Ursprung ist zwar, wie bei vielen Gerichten, nicht restlos geklärt, doch die meisten Spuren führen zu Robert C. Baker, einem Agrarwissenschaftler, der das Nugget 1963 in einem Labor der Cornell University entwickelte. 👨🏻‍🔬🔬

Baker war Professor für Geflügelkunde, und aus seinem Kellerlabor kamen die Urformen von Produkten, die uns heute überall angeboten werden: Poulet-Hotdogs, Poulet-Aufschnitt und über fünfzig weitere Erzeugnisse aus Ei und Poulet, die jeweils wie etwas ganz anderes aussehen sollten. Seine grosse Leistung war technischer Natur. Baker brachte die Panade dazu, sich beim Frittieren nicht abzulösen. Damit knackte er das Problem, an dem selbst gemachte Nuggets bis heute reihenweise scheitern.

Patentiert hat er davon allerdings nichts, kein einziges Produkt. Er sah es als Dienst an der Allgemeinheit und veröffentlichte das komplette Verfahren samt Rezepten 1963 kostenlos in einer Fachzeitschrift der Cornell University, die an über fünfhundert Firmen ging. Kasse machten später andere. 💰

Wie der Clown zur Sache kam

McDonald’s stieg erst rund zwei Jahrzehnte danach ein und das erst noch durch einen Zufall. Chefkoch René Arend tüftelte 1979 an frittierten Zwiebel-Nuggets, als ihm Verwaltungsratschef Fred Turner im Vorbeigehen riet, es doch mit Huhn zu versuchen. 🧅

Ab 1983 waren die Häppchen in den USA überall im Angebot – der Rest ist «Nugget-Geschichte». Über den Inhalt der klassischen Nuggets könnte man ohnehin ganze Doktorarbeiten schreiben, bei unserer Version passt die Zutatenliste bequem auf einen Bierdeckel. 🧾

Warum Nuggets aus Tofu in vegan spielend gelingen

Und genau das ist der Grund, warum Nuggets das wohl dankbarste vegane Projekt überhaupt sind. Wo man bei einem guten veganen Steak lange tüfteln muss, hat man hier schon von Haus aus kein Original, dem man nacheifern müsste. Ein Nugget schmeckt nach Panade, nach Würze und nach der knusprigen Hülle, und das lässt sich mit Tofu eins zu eins nachbauen.

Federn lassen muss dafür niemand, schon gar kein Huhn. 🐔 Irgendwann haben wir uns deshalb gefragt: Warum kaufen, wenn man genau wissen kann, was drin ist? Wenn ein Nugget aus so wenigen Zutaten besteht, dann sollen diese unbedingt die besten sein. Deshalb setzen wir bei uns auf die Knospe-Bio-Produkte von Soyana, deren Qualität und Geschmack uns überzeugt haben. Und, wie sich herausstellte, sind die veganen Chicken Nuggets erst noch schnell gemacht – vor allem im Airfryer. 🔥

Tofu Nuggets ohne Pressen: der Trick mit dem Salzwasser

Den Tofu für die Nuggets muss man nicht pressen – wir verwenden den Bio-Nature-Tofu von Soyana. Statt ihn unter die Presse zu legen, kommt er kurz ins kochende Salzwasser. 🧂 Was auf den ersten Blick wie ein Umweg wirkt, hilft in Wahrheit aber gleich doppelt. Das Salz würzt bis in den Kern, und Hitze und Salz ziehen zugleich Feuchtigkeit aus dem Tofu und festigen seine Struktur. So bleibt er innen zart, wird aussen aber trocken genug, damit die Panade später hält und knusprig wird.

Und warum reissen statt schneiden? Weil die rauen, unregelmässigen Bruchflächen der Panade mehr Halt geben als eine glatt geschnittene Kante, an der sie leichter abrutscht. Nebenbei sehen die gerissenen Stücke auch mehr nach Nugget aus als nach Würfel.

Das Geheimnis aus dem Gurkenglas

Kommen wir zur heimlichen Hauptzutat der Marinade, und die ist tatsächlich eine Überraschung: Gurkenlake, also jene Flüssigkeit, die sonst im Ausguss landet. Ihre feine Säure überdeckt die typische Sojabohnen-Note, die selbst gemachte Tofu Nuggets sonst so schnell verrät, und sorgt für den leichten «Twang», der ein Nugget überhaupt erst nach Nugget schmecken lässt. Wer keine Gurken im Kühlschrank hat, kommt mit Wasser, etwas Weissweinessig und einer Prise Zucker fast genauso weit.

Portion knusprige Tofu Nuggets mit Pommes und Chick-fil-A-Sauce als veganes Fingerfood

Die Bio-Nama-Tamari von Soyana steuert Salz und Umami bei, Paprika-, Zwiebel- und Knoblauchpulver die klassische Nugget-Würze. Ihr solltet lieber etwas beherzter würzen. Ein Teil des Geschmacks geht beim Panieren und Backen verloren, und milder Tofu verträgt kräftige Aromen problemlos.

Knusprige Panade mit Cornflakes statt Paniermehl

Bleibt die Panade, und die entscheidet über alles. Grob zerbröselte Cornflakes machen die Tofu Nuggets erst richtig knusprig. Mahlt man sie zu Pulver, ist die knusprige Textur dahin, um die es geht. Das beigemischte Panko sorgt dafür, dass die Kruste luftig und nicht kompakt wird.

Weil das klassische Ei zum Panieren fehlt, hält eine Mischung aus Mehl, dem Bio-Soyadrink von Soyana, Maisstärke und einem Klecks Senf die Cornflakes am Tofu. Die Stärke bindet, sobald sie mit Feuchtigkeit in Kontakt kommt.

Ob die Panade am Ende hält oder kapituliert, hängt an zwei Kleinigkeiten. Der Tofu muss trocken getupft oder gut abgetropft werden, bevor er in die Panierstrasse geht, sonst weicht die Kruste auf und rutscht ab. Und im Airfryer bloss nicht mit Öl geizen, weil die Cornflakes sonst bleich bleiben und mehlig schmecken. Mit einem grosszügigen Sprühstoss werden sie goldbraun und knacken beim Reinbeissen.

Die Chick-fil-A-Sauce, die hängenblieb

Ein Nugget ohne Sauce ist ein halbes Nugget, und meine liebste kommt von weit her. Bei meinem ersten USA-Besuch habe ich pflichtbewusst alle Fastfood-Lokale durchprobiert, die ich aus dem Fernsehen kannte, Chick-fil-A inklusive. Was mir davon geblieben ist, waren nicht die Gerichte, sondern diese eine Sauce. 😋

Zu Hause habe ich versucht, sie nachzubauen, anfangs eher rudimentär. Dann, als die ersten Foodblogs Copycat-Rezepte veröffentlichten, kam ich Stück für Stück näher an die Erinnerung heran. Diese vegane Chick-fil-A-Sauce ist eine Kreuzung aus Honey Mustard und Barbecue, süsser als man denkt, mit einem Hauch Rauch. Bei uns ist sie natürlich vegan, mit Ahornsirup statt Honig. Sie ist das Tüpfelchen auf dem i.

So kommen die Nuggets bei uns auf den Teller

Am liebsten servieren wir die Nuggets so, wie es das Kind in mir verlangt hätte: mit knusprigen Ofen- oder Süsskartoffel-Pommes, einem Klecks Ketchup neben dem Dip und, für das gute Gewissen der Erwachsenen, einem frischen Coleslaw dazu. 🍟 Als veganer Fingerfood oder Apéro-Häppchen machen sie sich auf einer Platte mit mehreren Saucen ebenfalls hervorragend.

Und das Beste: Man braucht dafür keinen McDonald’s in der Nähe und auch keine Reise nach Bern. Nur einen Airfryer, ein Glas Gurken im Kühlschrank und Lust, das Kind von damals einmal richtig glücklich zu machen. 😁

Knusprige vegane Tofu Nuggets aus dem Airfryer
Unsere knusprigen Tofu Nuggets schmecken nach Kindheit und Fast-Food-Nostalgie – nur ehrlicher, veganer und ganz ohne Huhn. Aussen goldbraun, innen zart, dazu ein cremiger Dip, der süchtig macht.
Zutaten für24 Nuggets
Vorbereitung 25 Minuten
Zubereitung 15 Minuten
Marinieren 30 Minuten
Gesamtzeit 1 Stunde 10 Minuten

Das brauchts

Tofu

Marinade

Panade

Dip

So wirds gemacht

Tofu vorbereiten

  • Tofu in ca. 4 cm grosse Stücke reissen
  • Reichlich Wasser mit 1 EL Salz aufkochen, Tofustücke 5 Min köcheln lassen, abgiessen und gut abtropfen lassen

Dip

  • Vegane Mayonnaise mit Ahornsirup, BBQ-Sauce, Dijonsenf, Zitronensaft und geräuchertem Paprikapulver verrühren, mit Salz abschmecken und min. 30 Min kühl stellen

Tofu marinieren

  • Gurkenlake mit Wasser, Sojasauce, Paprikapulver, Zwiebelpulver, Knoblauchpulver und Pfeffer verrühren
  • Tofustücke in die Marinade geben und min. 30 Min ziehen lassen

Panieren

  • Cornflakes grob zerbröseln und mit dem Panko in einem tiefen Teller mischen
  • Mehl mit Paprikapulver und Salz in einem zweiten tiefen Teller mischen, in einem dritten Teller die pflanzliche Milch mit Maisstärke und Senf glatt rühren
  • Tofu aus der Marinade nehmen und trocken tupfen
  • Tofustücke zuerst im Mehl wenden, dann durch die Milch-Stärkemischung ziehen, zuletzt in der Cornflakes-Mischung wälzen und leicht andrücken

Frittieren

  • Nuggets rundum grosszügig mit Rapsöl besprühen und in den Airfryer legen, dabei nicht überlappen
  • Bei 200 Grad 10-15 Min backen, nach der Hälfte wenden und nochmals mit Öl besprühen, bis die Panade goldbraun und knusprig ist
  • Bei kleinem Airfryer in zwei Durchgängen backen, den ersten Durchgang im Ofen bei 80 Grad warm halten

Anrichten

  • Nuggets mit dem Dip, Ofen- oder Süsskartoffel-Pommes und einem Krautsalat servieren, als Fingerfood auch auf einer Platte mit mehreren Saucen

Tipp!

  • Am besten verwendest du festen Naturtofu. Seidentofu oder Räuchertofu eignen sich für dieses Rezept nicht,  da sie zu weich sind bzw. einen zu starken Eigengeschmack haben.
  • Wenn du keine Gurkenlake zur Hand hast, ersetze sie durch 100 ml Wasser mit 2 EL Weissweinessig und ½ TL Zucker. Die Säure macht denselben Job.
  • Achte darauf, die Cornflakes nur grob zu zerbröseln. Mahlst du sie zu fein, geht die knusprige Textur verloren.
  • Ohne Airfryer gelingen die Nuggets auch im Ofen bei 220 Grad Ober-/Unterhitze in 20-25 Min (nach der Hälfte wenden und vorher grosszügig mit Öl besprühen) oder in der Fritteuse bei 180 Grad in 3-4 Min portionsweise.
Hast du dieses Rezept nachgekocht?Erwähne @TheLuckyTofu oder tagge #theluckytofu

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wie bewertest du das Rezept?




Schliessen
Schliessen