Wenn der Frühling sauer wird, schmeckt er am besten: cremiger veganer Porridge, ein süss-saures Rhabarberkompott mit Vanille und eine Handvoll Nüsse obendrauf. Schnell gemacht und so gut, dass man glatt vergisst, wie gesund es eigentlich ist.
Direkt zum RezeptIn der Schweiz haben wir ein ganz besonderes Verhältnis zu Haferflocken. Roh und ungekocht sind sie über jeden Zweifel erhaben. Sie bilden das Herzstück des legendären Birchermüeslis und vermutlich sind wir alle damit aufgewachsen, dass es regelmässig Haferflocken zum Zmorge gab.

Gekocht hingegen wird die Sache komplizierter. Viele von uns assoziieren sie da eher mit einem Hausmittel gegen Magenprobleme. Wenn ich krank im Bett lag, hat meine Mama immer Haferschleimsuppe aufgesetzt. Das Süppchen war wärmend und lecker, aber kulinarisch kein Highlight. Höchste Zeit also, gekochten Haferflocken eine positive Note zu verpassen! Zwar ist der Porridge-Trend längst zu uns rübergeschwappt, aber in Kombination mit einem saisonalen Rhabarberkompott wird aus der Schonkost ein Frühstück, auf das man sich freut. 😍
Von schottischen Highlands auf den Schweizer Frühstückstisch
Porridge hat seinen Ursprung in Schottland, wo das nasskalte Klima der Highlands dem Hafer bestens bekommt. Die schottischen Bauern und Hirten 🐑 kamen schnell auf den Geschmack, denn der gekochte Haferbrei machte rasch satt und lieferte reichlich Energie für die anstrengende Feldarbeit. Im Grossbritannien 🇬🇧 entstand Porridge als Essen für arme Leute. Es war günstig, sättigend und konnte je nach Verfügbarkeit mit Wasser oder Milch zubereitet werden.

Die Geschichte des Haferbreis reicht aber noch viel weiter zurück. Schon vor 12’000 Jahren begann man, Hafer anzubauen, und Haferbrei wurde in vielen Kulturen zur Grundnahrung. Und nein, die Schotten waren nicht die Einzigen mit der Brei-Idee: Schon die alten Ägypter bereiteten einen Brei aus Emmer zu, jenem Getreide-Wasser-Gemisch, aus dem auch das erste Fladenbrot entstand.
Auch bei uns wusste man den Hafer früh zu schätzen. Hildegard von Bingen bezeichnete ihn im Mittelalter als «Habermus» und erkannte schon damals seine gesundheitlichen Vorteile. Aus dem einstigen Armeleuteessen ist heute ein globaler Trendfood geworden. Die Schotten nehmen es übrigens noch immer sehr ernst und küren jährlich einen «World Porridge Making Champion». 👑
Ist Porridge mit Rhabarber gesund?
Dass Haferflocken gesund sind, ist bekannt. Aber warum eigentlich? Der Schlüssel liegt im Ballaststoff Beta-Glucan, der im Hafer enthalten ist. Studien zeigen, dass eine regelmässige Portion Hafer den «schlechten» LDL-Cholesterinspiegel spürbar senken kann. 🩺 Gleichzeitig sorgt dieser Ballaststoff dafür, dass der Blutzuckerspiegel nach dem Essen gleichmässiger ansteigt und das Sättigungsgefühl länger anhält. Ein Porridge hält also deutlich länger satt als das Gipfeli vom Beck. Ausserdem liefert Hafer ordentlich Eiweiss und Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium und Zink.

Geschmacklich wie auch bei den gesundheitlichen Vorteilen hält der Rhabarber gut mit. Mit nur rund 20 Kalorien pro 100 Gramm ist er äusserst kalorienarm und liefert Vitamin C und allerlei Mineralstoffe. Rhabarber enthält Oxalsäure und sollte deshalb immer gekocht werden. Durch Schälen und Kochen lässt sich der Oxalsäuregehalt reduzieren. Und es gibt einen weiteren Trick: Kalzium bindet die Oxalsäure und macht den Rhabarber bekömmlicher. Bei pflanzlicher Ernährung liefern mineralstoffreiche Beilagen wie Haferbrei oder Nüsse das nötige Kalzium. All das bietet unser Porridge mit Nuss-Topping.
So gelingt veganer Porridge mit Rhabarberkompott
Porridge ist denkbar einfach und in 20 Minuten fertig. Im Grunde braucht es nur Haferflocken, Flüssigkeit, eine Prise Salz und etwas Geduld. 👩🏻🍳

Haferflocken rösten – der Schritt, den die meisten überspringen
Bevor die Flüssigkeit dazukommt, röstet man die Haferflocken ohne Öl in der trockenen Pfanne. Viele lassen diesen Schritt aus, dabei macht er den Unterschied. Durch die leichte Bräunung entwickeln die Flocken nussige Aromen, die dem fertigen Brei eine geschmackliche Tiefe geben. Wichtig ist nur, aufmerksam zu bleiben und gelegentlich umzurühren, denn die Grenze zwischen goldbraun und angebrannt ist schmal. 🙈
Sojamilch und Wasser zu gleichen Teilen
Bei der Flüssigkeit setzen wir bewusst auf eine Mischung aus Wasser und Sojamilch zu gleichen Teilen. Reines Wasser ergäbe ein eher flaches Resultat, mit reiner Milch wäre es fast zu schwer. Die Mischung liegt dazwischen: Sie wird cremig, aber leicht genug, um morgens nicht zu beschweren. So wird das Frühstück komplett vegan. Mehr als der Ersatz der herkömmlichen Milch durch Sojamilch braucht es nicht, der Rest des Gerichts ist von Natur aus pflanzlich. 👏🏼


Was die Vanille im Kompott zu suchen hat
Beim Kompott geht es darum, dem sauren Rhabarber mit etwas Zucker entgegenzukommen und ihn sanft weich zu kochen, bis er zerfällt. Der eigentliche Geschmacks-Trick steckt aber in der Vanille. 🤎 Vanille und Rhabarber passen zusammen, das kennen wir von der Götterspeise oder der Rhabarberwähe. Die warme, runde Süsse nimmt der spitzen Säure die Schärfe, ohne sie zu übertönen, und macht das Kompott zum Gegenpart des milden, nussigen Porridge.

Anrichten: welche Toppings passen am besten

Serviert wird das Ganze im Schälchen. Der warme Porridge zuunterst, das Rhabarberkompott obenauf und darüber eine Handvoll fein gehackte Nüsse für den Crunch. Beim Toppen darfst du dich ganz nach Saison und Lust austoben. Im Frühling passen frische Erdbeeren 🍓 wunderbar, im Sommer Beeren 🫐 und im Herbst Äpfel 🍎 oder Birnen 🍐. Auch ein Klecks pflanzlicher Joghurt oder etwas Ahornsirup 🍁 machen sich gut. Porridge ist da grosszügig: Erlaubt ist, was schmeckt. 😋

Vom Hausmittel zum Lieblingsfrühstück
So wird aus dem Haferbrei, den viele von uns nur als Schonkost kennen, ein Frühstück, das Frühlingsgefühle weckt. Und wenn der Rhabarber dann in ein paar Wochen wieder von den Märkten verschwindet, wird man ihn fast ein bisschen vermissen. Mehr Liebeserklärung an den gekochten Hafer geht eigentlich nicht.

Das brauchts
Für den Porridge
- 80 g Haferflocken grob
- 250 ml Wasser
- 250 ml Sojamilch
- 1 Prise Salz
Für das Rhabarber-Kompott
- 220 g Rhabarber
- 1 EL Wasser
- 4 EL Zucker
- ¼ TL Vanillepulver*
Für das Topping
- Nüsse nach Wahl
So wirds gemacht
Rhabarber-Kompott
- Rhabarber waschen, schälen und in kleine Würfel schneiden
- Rhabarber mit Wasser, Zucker und Vanillepulver in einer Pfanne mischen und aufkochen, dabei gelegentlich rühren, damit nichts anbrennt, zugedeckt ca. 5 Min köcheln lassen
Porridge
- Haferflocken in einem heissen Topf ohne Öl 3–4 Min unter gelegentlichem Rühren rösten, dabei aufpassen, dass sie nicht anbrennen
- Wasser und Sojamilch dazugeben und aufkochen, dann bei niedriger bis mittlerer Hitze unter regelmässigem Rühren ca. 15 Min köcheln
- Kurz vor Ende der Kochzeit die Prise Salz unterrühren
Anrichten
- Nüsse fein hacken
- Porridge in zwei Schälchen verteilen, Rhabarber-Kompott daraufgeben und mit den gehackten Nüssen bestreuen
Tipp!
- Sobald die Haferflocken nussig zu duften beginnen, sind sie fertig geröstet.
- Wenn du es dir einfacher machen willst, kannst du Zucker und Vanillepulver durch Vanillezucker ersetzen.
- Wenn dein Porridge beim Köcheln zu dick wird, kannst du einfach noch 10–20 ml Wasser unterrühren. Beim Abkühlen wird er ohnehin noch etwas dicker.
- Jungen, dünnen Rhabarber musst du nicht schälen, nur bei dickeren oder späten Stangen lohnt es sich, die harten Fäden zu entfernen.
- Das Kompott kannst du gut vorbereiten. Im Kühlschrank hält es sich einige Tage und schmeckt auch kalt zum Porridge.
- Toppe dein Porridge je nach Saison und Laune: frische Beeren im Sommer, Apfel oder Birne im Herbst – oder einfach das, was gerade da ist.
