Marry Me Tofu – veganes Marry Me Chicken neu gedacht

Gut zu wissen!
Marry Me-Gerichte sind besonders cremige Pfannengerichte aus der italo-amerikanischen Küche, bei denen die Sauce im Mittelpunkt steht.

Marry Me Tofu klingt nach einem grossem Versprechen – und der Geschmack erfüllt es mühelos. Eine cremige Sauce mit Tiefe und Umami verbindet sich hier zu einem Gericht, das deutlich mehr kann als gut aussehen. Manche Liebesgeschichten sind Liebe auf den ersten Blick. Diese hier beginnt mit einer richtig guten Sauce.

Direkt zum rezept

Wir alle kennen diese Szene aus Susi und Strolch. 🐶 Zwei Hunde, ein Teller Spaghetti 🍝 mit Fleischbällchen, ein geteiltes Nudelende – und plötzlich liegt Romantik in der Luft. 😍 Als Kind liebte ich diesen Moment. Nicht nur wegen der Liebesgeschichte, sondern auch, weil dort etwas gegessen wurde, das ich selber liebte: italienisches Essen. 🇮🇹 Dass dieses «italienische Essen» eigentlich ein amerikanisiertes Bild davon war, darüber machte ich mir damals keine Gedanken.

Schüssel mit Marry Me Tofu wird mit beiden Händen gehalten, cremige Sauce mit Kräutern und goldigem Löffel

Italienisch ist nicht gleich italienisch

Bei meinen ersten Reisen in die USA 🇺🇸 wurde mir schnell klar: Die italo-amerikanische Küche hat nur bedingt mit der klassischen italienischen Küche zu tun. Und doch auch sehr viel Italienische Einwanderer nahmen ihre Rezepte mit über den Atlantik und passten sie an neue Zutaten, neue Gewohnheiten und neue Essgewohnheiten an. Heraus kam keine einfache Kopie, sondern eine Weiterentwicklung. Für Liebhaber ist das grosses Kino 🍿, bei Traditionalisten ruft es hingegen eher ein Stirnrunzeln hervor.

Veganes Marry Me Tofu in samtiger Sauce, close up mit Kräutern und roter Serviette am Rand

Von der Tuscan Chicken Pasta zum Marry Me Klassiker

Wenn ich heute auf amerikanischen Foodblogs auf «italienische» Gerichte stosse, dann sind das oft Kreationen, die in Italien ein «Porca miseria!» auslösen würden, wenn man sie dort als echte Spezialität servieren würde. Ein Paradebeispiel ist Tuscan Chicken Pasta, ein Gericht, das mit der kulinarischen Realität der Toskana ungefähr so viel zu tun hat wie ein Cowboyhut mit Florenz. Doch ausgerechnet diese vermeintlich «falsche» italienische Küche lieferte die Vorlage für eines der erfolgreichsten italo-amerikanischen Gerichte der letzten Jahre.

Marry Me Tofu serviert in Schüssel, goldiger Löffel unten, cremige Sauce mit Kräutern

Ursprünglich wollte Lindsay Funston, damals Executive Editor ✍🏼 bei Delish, ihre neuestes Pfannengericht Sicilian Chicken Skillet nennen. Doch während eines Video-Shootings probierte die Videografin einen Bissen direkt aus der Pfanne und rief spontan: «I’d marry you for that chicken!» – und der Name Marry Me Chicken war geboren. 💍

Schüssel mit Marry Me Tofu mittig, goldiger Löffel rechts und rote Serviette links

Das Rezept ging viral, wurde tausendfach nachgekocht, mit Pasta serviert und in unzähligen Varianten weiterentwickelt. Heute gehört es zu den bekanntesten italo-amerikanischen One-Pot-Gerichten überhaupt – inklusive zahlreicher veganer Interpretationen. 👩🏻‍🍳

Warum dieses Gericht auch als Marry Me Tofu funktioniert

Marry Me Tofu lebt von einer sämigen, cremigen Sauce mit Tiefe und Umami. Getrocknete Tomaten 🍅 geben ihr Substanz und eine leichte Süsse, Hefeflocken sorgen für eine herzhafte, fast käsige Note, während ein Hauch Misopaste dem Ganzen zusätzliche Spannung verleiht. Der leicht peppige Abgang ist dabei bewusst gesetzt. Wie bei klassischen italo-amerikanischen Saucen, etwa Penne alla Vodka, wo ein wenig Chili 🌶️ für Spannung sorgt, geht es nicht um Schärfe, sondern um Balance.

Nahaufnahme vom veganen Marry Me Chicken Gericht mit cremiger Sauce, Löffel und roter Serviette

Warum wir bewusst auf Basilikum verzichten

Im Gegensatz zum Original verzichten wir bewusst auf Basilikum 🌿. Nur weil man in den USA meint, ein Gericht sei erst dann richtig italienisch, wenn Basilikum darauf liegt, heisst das noch lange nicht, dass es auch geschmacklich Sinn ergibt. Seine ätherisch-süssliche Note würde hier zu sehr dominieren. Glattblättrige Petersilie fügt sich harmonischer ein und verbindet die Aromen, statt sie zu überdecken.

Röstaromen statt Marinade – die Sauce trägt den Geschmack

Entscheidend ist schliesslich der Moment in der Pfanne. Der Tofu wird bewusst nicht mariniert, sondern direkt angebraten, um Röstaromen zu erzeugen und Struktur aufzubauen. Für den Geschmack sorgt später die Sauce, die im selben Bratensatz entsteht und die Aromen aufnimmt, die sich zuvor in der Pfanne entwickelt haben. Am Ende kommt alles zusammen – und genau dann funktioniert dieses Gericht.

Tofu Schnitzel in cremiger Marry Me Sauce in der Pfanne, veganer One Pan Klassiker

Ein Teller, der überzeugt – und bleibt

Ich gebe es zu, ich hielt Marry Me Tofu zuerst für einen typischen TikTok-Hype. Hübscher Name, viel Sauce, kurz viral, schnell wieder vergessen. Ein Rezept das mehr Likes sammelt als Geschmack liefert. Umso grösser war die Überraschung, als klar wurde: Das hier ist kein Trendgericht, sondern ein ernsthaft gutes, veganes Comfort Food! Cremig, tief, voller Umami – und plötzlich steht da ein Teller, der sich verdächtig nach einem der besten Tofu-Rezepte überhaupt anfühlt. Einen Heiratsantrag können wir nicht versprechen, aber beim Nachschlag sagen alle: «Ja, ich will!» 😍

Zutaten für veganes Marry Me Tofu auf Holzbrett mit Tofu, getrockneten Tomaten, Knoblauch, Öl, pflanzlicher Rahm und Gewürzen
Marry Me Tofu – veganes Marry Me Chicken
Dieses Marry Me Tofu ist keine schnelle Kopie eines Trends, sondern eine Version, die das Potenzial des Gerichts ausschöpft. Röstaromen statt Marinade, eine cremige Sauce mit Tiefe und ein klares Verständnis für Geschmack. Ein Rezept, das man nicht nur liked, sondern immer wieder kocht.
Zutaten für4 Portionen
Vorbereitung 10 Minuten
Zubereitung 30 Minuten
Gesamtzeit 40 Minuten

Das brauchts

Für den Tofu

  • 600 g Tofu
  • Maisstärke zum Bestäuben
  • 1 EL Olivenöl
  • 30 g vegane Butter
  • Salz

Für die Sauce

  • 3 Knoblauchzehen
  • 150 g Dörrtomaten in Öl
  • 500 ml pflanzlicher Rahm
  • 3 EL Hefeflocken
  • 1 TL Misopaste*
  • ½ TL Thymian getrocknet
  • ½ TL Chiliflocken*
  • Salz und Pfeffer

Ausserdem

  • glattblättrige Petersilie zum Garnieren

So wirds gemacht

  • Tofu mit Küchenpapier trocken tupfen, waagrecht halbieren und die beiden Stücke zu flachen Schnitzeln formen, die Ecken leicht abrunden
  • Tofustücke leicht salzen und rundum mit Maisstärke bestäuben
  • Knoblauch schälen und fein schneiden
  • Dörrtomaten in Streifen schneiden, Öl auffangen
  • Olivenöl und pflanzliche Butter in einer schweren Pfanne erhitzen
  • Tofu bei mittlerer Hitze beidseitig goldbraun anbraten, erst wenden, wenn sich eine kräftige Kruste gebildet hat
  • Tofu aus der Pfanne nehmen und beiseitestellen, Bratensatz in der Pfanne belassen
  • Knoblauch in der gleichen Pfanne bei mittlerer Hitze kurz anschwitzen, bis er duftet
  • Dörrtomaten mitsamt 1 EL Öl, Misopaste, Thymian und Chiliflocken dazugeben und kurz mitziehen lassen
  • Mit pflanzlichem Rahm ablöschen, Hitze reduzieren, Hefeflocken einrühren und die Sauce ca. 5 Min sanft köcheln lassen, bis sie cremig eindickt
  • Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken
  • Tofu zurück in die Pfanne legen, sodass die Schnitzel von der Sauce bedeckt sind, und bei sehr kleiner Hitze ca. 3–4 Min ziehen lassen
  • Am Schluss mit gehackter Petersilie garnieren und mit Pasta servieren

Tipp!

  • Die Tofuschnitzel können auch ohne abgerundete Ecken zubereitet werden. Das Formen dient nur der Optik.
  • Die abgeschnittenen Tofustücke können für andere Gerichte weiterverwendet werden, z.B. für Scrambled Tofu oder Wraps.
  • Für eine besonders gleichmässige Kruste den Tofu nach dem Bestäuben mit Maisstärke kurz abklopfen.
  • Den Tofu erst wenden, wenn er sich von selbst vom Pfannenboden löst, so entsteht eine stabile, goldbraune Kruste.
  • Als Pasta eignen sich besonders Tagliatelle oder Fettuccine, da sich die cremige Sauce gut an den breiten Bandnudeln haftet.
Hast du dieses Rezept nachgekocht?Erwähne @TheLuckyTofu oder tagge #theluckytofu
Veganes Marry Me Tofu angerichtet in Schüssel, cremige Sauce mit Kräutern als Topping

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